»Da ist wieder, Brāhmane, irgend ein Weib oder ein Mann einem Asketen oder einem Priester begegnet und erkundigt sich: ›Was ist heilsam, o Herr, was ist unheilsam, was ist unrecht und was ist recht, was ist zu betreiben und was ist nicht zu betreiben? Was kann mir indem ich es thue lange zum Unheil und Leiden gereichen, und was kann mir wieder indem ich es thue lange zum Wohle, zum Heile gereichen?‹ Da lässt ihn solches Wirken, also vollzogen, also vollbracht, bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, auf gute Fährte gerathen, in himmlische Welt; oder wenn er nicht dahin gelangt und Menschenthum erreicht, {354} wird er, wo er da neugeboren wird, wissensmächtig sein. Das ist der Uebergang, Brāhmane, der zur Wissensmacht führt, dass man da einem Asketen oder einem Priester begegnet und sich erkundigt: ›Was ist heilsam, o Herr, was ist unheilsam, was ist unrecht und was ist recht, was ist zu betreiben und was ist nicht zu betreiben; was kann mir indem ich es thue lange zum Unheil und Leiden gereichen, und was kann mir wieder indem ich es thue lange zum Wohle, zum Heile gereichen.‹

»So lässt denn, Brāhmane, der Uebergang, der zu kurzem Leben führt, kurzlebig werden; der Uebergang, der zu langem Leben führt, langlebig werden; der Uebergang, der zu Gebresten führt, bresthaft werden; der Uebergang, der zu Rüstigkeit führt, rüstig werden; der Uebergang, der zur Unschönheit führt, unschön werden; der Uebergang, der zur Anmuth führt, anmuthig werden; der Uebergang, der zu wenig vermögen führt, wenig vermögend werden; der Uebergang, der zu viel vermögen führt, viel vermögend werden; der Uebergang, der zu wenig Besitz führt, wenig besitzend werden; der Uebergang, der zu viel Besitz führt, viel besitzend werden; der Uebergang, der zu niedriger Stellung führt, niedrig gestellt werden; der Uebergang, der zu hoher Stellung führt, hoch gestellt werden; der Uebergang, der zur Unverständigkeit führt, unverständig werden; der Uebergang, der zur Wissensmacht führt, wissensmächtig werden. Eigner der Werke, Brāhmane, sind die Wesen, Erben der Werke, Kinder der Werke, Geschöpfe der Werke, Knechte der Werke: das Werk scheidet die Wesen ab, nach Verkommenheit und Vorzüglichkeit.«

Nach dieser Rede sprach Subho der junge Brāhmane, der Sohn Todeyyos, zum Erhabenen also:

{355} »Vortrefflich, o Gotamo, vortrefflich, o Gotamo! Gleichwie etwa, o Gotamo, als ob einer Umgekehrtes aufkehrte, oder Verborgenes enthüllte, oder Verirrten den Weg wiese, oder Licht in die Finsterniss brächte: ›Wer Augen hat wird die Dinge sehn‹: ebenso auch ist von Herrn Gotamo die Lehre gar manigfach dargelegt worden. Und so nehm’ ich bei Herrn Gotamo Zuflucht, bei der Lehre und bei der Jüngerschaft: als Anhänger möge mich Herr Gotamo betrachten, von heute an zeitlebens getreu.«[176]


136.

Vierzehnter Theil

Sechste Rede

KENNZEICHNUNG DER WERKE
– II –