»Es ist, Bruder Samiddhi, dieser Mittheilung halber gerathen, den Erhabenen aufzusuchen. Wir wollen, Bruder Samiddhi, zum Erhabenen hingehn und davon berichten: wie es uns der Erhabene erklären wird, so wollen wir es halten.«

{357} »Gern, Bruder!« sagte da der ehrwürdige Samiddhi, dem ehrwürdigen Ānando zustimmend.

Und der ehrwürdige Samiddhi begab sich nun mit dem ehrwürdigen Ānando zum Erhabenen hin. Dort angelangt, begrüßten sie den Erhabenen ehrerbietig und setzten sich zur Seite nieder. Zur Seite sitzend theilte nun der ehrwürdige Ānando das ganze Gespräch, das der ehrwürdige Samiddhi mit Potaliputto dem Pilger geführt hatte, Wort um Wort dem Erhabenen mit. Auf diesen Bericht wandte sich der Erhabene also an den ehrwürdigen Ānando:

»Auch nur vom Sehn aus ist mir, Ānando, Potaliputto der Pilger nicht bekannt, geschweige denn dass ich ihm das gesagt hätte. Aber auch Samiddhi, Ānando, hat da als ein Unverständiger Potaliputto dem Pilger die mehrfach zu beantwortende Frage einseitig beantwortet.«

Auf diese Worte wandte sich der ehrwürdige Udāyī also an den Erhabenen:

»Wenn aber, o Herr, der ehrwürdige Samiddhi es in Beziehung darauf gesagt hat: ‚Was irgend empfunden wird ist schmerzlich‘?«

Also gefragt wandte sich der Erhabene an den ehrwürdigen Ānando und sagte:

»Sieh’ doch, Ānando, wie da Udāyī als ein Unverständiger irrt: gewusst hab’ ich es, Ānando, dass da eben jetzt Udāyī als ein Unverständiger in Irrthum gerathen, unachtsam sich irren wird. Gleich am Anfang, Ānando, hat Potaliputto der Pilger drei Arten von Gefühlen gemeint. Hätte da, Ānando, Samiddhi, der Unverständige, Potaliputto dem Pilger auf seine Frage also geantwortet: ›Wer mit Absicht, Bruder Potaliputto, eine That begangen hat, in Werken, in Worten, in Gedanken, die freudig zu empfinden ist, der empfindet Freude; wer mit Absicht, Bruder Potaliputto, eine That begangen hat, in Werken, in Worten, in Gedanken, die leidig zu empfinden ist, der empfindet Schmerz; {358} wer mit Absicht, Bruder Potaliputto, eine That begangen hat, in Werken, in Worten, in Gedanken, die weder leidig noch freudig zu empfinden ist, der empfindet weder Schmerz noch Freude‹: so würde mit dieser Antwort, Ānando, Samiddhi, der Unverständige, Potaliputto dem Pilger recht geantwortet haben. Sind nun freilich, Ānando, jene anderen Büßer und Pilger thöricht und unerfahren, wer soll dann des Vollendeten mächtige Kennzeichnung der Werke verstehn, es sei denn dass ihr, Ānando, zuhört, wann der Vollendete mächtige Kennzeichnung der Werke kennzeichnet.«

»Da ist es, Erhabener, Zeit, da ist es, Willkommener, Zeit, dass der Erhabene mächtige Kennzeichnung der Werke kennzeichne: des Erhabenen Wort werden die Mönche bewahren.«

»Wohlan denn, Ānando, so höre und achte wohl auf meine Rede.«