{437} Das hab’ ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Sāvatthī, im Siegerwalde, im Garten Anāthapiṇḍikos.
Da nun begab sich der ehrwürdige Puṇṇo gegen Abend, nach Aufhebung der Gedenkensruhe, dorthin wo der Erhabene weilte, begrüßte den Erhabenen ehrerbietig und setzte sich seitwärts nieder. Seitwärts sitzend sprach nun der ehrwürdige Puṇṇo zum Erhabenen also:
»Huldreich, o Herr, möge mir der Erhabene in der Kürze eine Anleitung geben, dass ich, vom Erhabenen recht gewiesen, einsam, abgesondert, unermüdlich, in heißem, innigem Ernste weilen kann.«
»Wohlan denn, Puṇṇo, so höre und achte wohl auf meine Rede.«
»Gewiss, o Herr!« sagte da der ehrwürdige Puṇṇo aufmerksam zum Erhabenen. Der Erhabene sprach also:
»Es giebt, Puṇṇo, durch das Gesicht ins Bewusstsein tretende Formen, ersehnte, geliebte, entzückende, angenehme, dem Begehren entsprechende, reizende; wenn der Mönch diesen in Liebe und Freude und Neigung zugekehrt ist, geht ihm, während er diesen in Liebe und Freude und Neigung sich zukehrt, Lust auf; ist Lust aufgegangen geht Leid auf: das, Puṇṇo, sage ich. Es giebt, Puṇṇo, durch das Gehör ins Bewusstsein tretende Töne, durch den Geruch ins Bewusstsein tretende Düfte, durch den Geschmack ins Bewusstsein tretende Säfte, durch das Getast ins Bewusstsein tretende Tastungen, durch das Gedenken ins Bewusstsein tretende Dinge, ersehnte, geliebte, entzückende, angenehme, dem Begehren entsprechende, reizende; wenn der Mönch diesen in Liebe und Freude und Neigung zugekehrt ist, geht ihm, während er diesen in Liebe und Freude und Neigung sich zukehrt, Lust auf; ist Lust aufgegangen geht Leid auf: das, Puṇṇo, sage ich. — {438} Es giebt, Puṇṇo, durch das Gesicht ins Bewusstsein tretende Formen, ersehnte, geliebte, entzückende, angenehme, dem Begehren entsprechende, reizende; wenn der Mönch diesen in keiner Liebe, keiner Freude, keiner Neigung zugekehrt ist, geht ihm, während er diesen in keiner Liebe, keiner Freude, keiner Neigung sich zukehrt, Lust unter; ist Lust untergegangen geht Leid unter: das, Puṇṇo, sage ich. Es giebt, Puṇṇo, durch das Gehör ins Bewusstsein tretende Töne, durch den Geruch ins Bewusstsein tretende Düfte, durch den Geschmack ins Bewusstsein tretende Säfte, durch das Getast ins Bewusstsein tretende Tastungen, durch das Gedenken ins Bewusstsein tretende Dinge, ersehnte, geliebte, entzückende, angenehme, dem Begehren entsprechende, reizende; wenn der Mönch diesen in keiner Liebe, keiner Freude, keiner Neigung zugekehrt ist, geht ihm, während er diesen in keiner Liebe, keiner Freude, keiner Neigung sich zukehrt, Lust unter; ist Lust untergegangen geht Leid unter: das, Puṇṇo, sage ich. — So hab’ ich nun, Puṇṇo, dir in der Kürze eine Anleitung gegeben. In was für einem Lande wirst du weilen?«
»Da ich, o Herr, vom Erhabenen in der Kürze eine solche Anleitung erhalten, werde ich mich nach dem Lande der westlichen Suner, wie man sie nennt, begeben und dort weilen.«
»Ein wildes Volk, Puṇṇo, sind die westlichen Suner, ein rohes Volk, Puṇṇo, sind die westlichen Suner. Wenn dich, Puṇṇo, die westlichen Suner schelten und beschimpfen werden, wie wird dir dann, Puṇṇo, zumuthe sein?«
»Wenn mich, o Herr, die westlichen Suner schelten und beschimpfen werden, dann wird mir also zumuthe sein: ›Wie gnädig sind doch diese westlichen Suner, wie so gnädig sind doch diese westlichen Suner, dass sie mich nicht mit Fäusten schlagen.‹ Also wird mir da, Erhabener, zumuthe sein, also wird mir da, Willkommener, zumuthe sein.«
»Wenn dich aber, Puṇṇo, die westlichen Suner mit Fäusten schlagen werden, wie wird dir wohl dann, {439} Puṇṇo, zumuthe sein?«