Fünfte Rede

SUNAKKHATTO

Das hab’ ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Vesālī, im Großen Walde, in der Halle der Einsiedelei.

Um diese Zeit nun war von gar manchem Mönche vor dem Erhabenen die Gewissheit verkündet worden: ‚›Versiegt ist die Geburt, vollendet das Asketenthum, gewirkt das Werk, nicht mehr ist diese Welt‹ versteh’ ich da.‘

Es hörte aber Sunakkhatto, der junge Licchavier, reden: »Gar mancher Mönch soll vor dem Erhabenen die Gewissheit kundgethan haben: ‚›Versiegt ist die Geburt, vollendet das Asketenthum, gewirkt das Werk, nicht mehr ist diese Welt‹ versteh’ ich da.‘«

Da begab sich denn Sunakkhatto der junge Licchavier dorthin wo der Erhabene weilte, begrüßte den Erhabenen ehrerbietig und setzte sich seitwärts nieder. {58} Seitwärts sitzend sprach nun Sunakkhatto der junge Licchavier zum Erhabenen also:

»Reden hab’ ich hören, o Herr: »Gar mancher Mönch, sagt man, hat vor dem Erhabenen die Gewissheit kundgethan: ‚›Versiegt ist die Geburt, vollendet das Asketenthum, gewirkt das Werk, nicht mehr ist diese Welt‹ versteh’ ich da.‘« Die Mönche, o Herr, die da solches vor dem Erhabenen ausgesagt, haben wohl diese, o Herr, nur eben die Gewissheit kundgemacht, oder giebt es auch einige Mönche, die es mit Dünkel gethan?«

»Die Mönche, Sunakkhatto, die vor mir die Gewissheit verkündet haben: ‚›Versiegt ist die Geburt, vollendet das Asketenthum, gewirkt das Werk, nicht mehr ist diese Welt‹ versteh’ ich da‘: unter diesen sind manche Mönche, die eben nur die Gewissheit kundgemacht, und sind wieder manche Mönche, die es auch mit Dünkel gethan. Wenn da, Sunakkhatto, Mönche eben nur die Gewissheit kundgemacht haben, so gilt ihnen das eben dafür; und wiederum wenn da Mönche es mit Dünkel gethan, so gedenkt, Sunakkhatto, der Vollendete: ›Wahrheit will ich sie weisen.‹ Und wenn da nun, Sunakkhatto, der Vollendete also gedenkt ›Wahrheit will ich sie weisen‹, so kommen da wieder gar manche eitle Menschen heran und richten sich Fragen zurecht und legen sie dem Vollendeten vor. Und weil nun, Sunakkhatto, der Vollendete also gedenkt ›Wahrheit will ich sie weisen‹, so ist das gar manchem ungelegen.«

»Da ist es, Erhabener, Zeit, da ist es, Willkommener, Zeit, dass der Erhabene die Wahrheit weise: {59} des Erhabenen Wort werden die Mönche bewahren.«