Ein ungemein schönes indo-baktrisches Hochrelief dieser Szene, ächt künstlerisch komponiert und ausgeführt, im Swāt-Gebiete gefunden, ist bei GRÜNWEDEL-BURGESS, Buddhist Art in India, London 1901, als No. 92 wiedergegeben. Noch andere bedeutende Momente, ähnlich ausgezeichnet behandelt, ib. No. 40, 65, 7. — Zur Sache: Lieder der Mönche S. 327 Anm. 2.

[120] Symbol der Königsmacht: lokajit, yasya chattraṃ sitam, wie es z. B. Ṛtusaṃhāram v. ult. heißt. Im Bhāgavatapurāṇam hält Hanumān diesen Schirm zuhäupten des siegreichen Rāmas IX. 10. 42., u. s. w., namentlich auf Inschriften alter wie neuer Zeit stereotyp. — Lies mit dem siam. Texte anuhīramāne, von harati; vorher sattapadavītihārena. Das sāptapadam weist vielleicht schon auf eine symbolische Darstellung der saptarṣayas (Sieben Weisen, Siebengestirn, Septemtrio maior) zurück; vergl. auch das traivikramam. — Der weiße Schirm, dem athenischen σκιρον parallel, ist im Christenthum zur weißen Taube geworden; wohl missverständlich, weil man das ursprüngliche Symbol nicht mehr zu deuten vermochte, śvetacchattram, den weißen Schirm, mit śvetacchadas, dem weißen Fittich, verwechselte.

[121] Quasi eine Illustration dieser Art ist es wohl, wenn man noch heute auf Zeilon, z. B. im Vidyodayapariveṇa, auf dem blumenbekränzten Altar eine krystallene Buddho-Statuette mit einem Lämpchen dahinter ein mildes und zugleich strahlendes Licht ringsumher verbreiten sieht.

[122] Der urasketenthümliche Abschluss dieser Rede, so außerordentlich in seinem tiefen Humor, möchte erstaunen lassen, wären wir eben nicht schon längst gewohnt der wunderbarsten Dinge, da gerade an unseren Texten des AUGUSTINUS feine Bemerkung, Civ. XXI. 4., sich oft bestätigt: »Quarum vero rerum ante nostros oculos cotidiana documenta versantur, non genere minus mirabili, sed ipsa assiduitate vilescunt, ita ut ex ipsa India, quae remota est pars orbis a nobis, desierimus nonnulla mirari, quae ad nos potuerunt miranda perduci.«

[123] Zu den Nackten Büßern cf. der 71. Rede letzte Anmerkung. Schon AUGUSTINUS hat diese Asketen — Ājīvikās, keine Digambarajainās — richtig beschrieben, Civ. XIV. 17. i. f.: »Per opacas quoque Indiae solitudines, cum quidam nudi philosophentur, unde gymnosophistae nominantur, adhibent tamen genitalibus tegmina, quibus per cetera membrorum carent.«

[124] Ebenso vom hundertjährigen APOLLONIOS VON TYANA berichtet, bei PHILOSTRAT Lib. I. cap. X. i. f., De mira eius castitate. Auch MAKARIOS, Homil. XV § 51, hat erklärt: Εισι δε τινες κρατουμενοι ὑπο θειας δυναμεως, ὁτι εαν ιδωσι τινα μετα γυμαικος νεον, οὑτοι ει και διαλογιζνται τκνα, ὁμως ου μιαινεται ὁ νους αυτων, ουτε δπιτελει ενον ἁμαρτιαν, während DOSITHEOS der Kilikier, das Haupt der Enkratiten, Apotaktiten und Eremiten, in einem lapidaren Satze, von MAKARIOS MG. ed. BLONDEL p. 151 überliefert, eigentlich und ehrlich Zweck und Ziel schon angegeben hatte: Δια μεν κοινωνιας ὁ κοσμος την αρχην εσχε· δια δε της εγκρατειας το τελος θελει θαβειν. — Vergl. noch ECKHART, p. 460: »Ez ist ein vrâge under den meistern, ob der mensche dâ zuo müge komen, daz er niht sünden müge in diesem lîbe? Die besten meister sprechent: jâ. Daz sult ir alsô verstân. Die liute hânt sich alsô durchüebet innen und ûzen, daz sie sich zuo keime gebresten geneigen mügent.«

[125] Nec vero saccum HILARION, quo semel amictus est, umquam aut lavit aut mutavit, cum supervacaneum esse diceret, munditias in cilicio quaerere: Breviar. Rom. d. XXI Oct. Pariter iam eiusdem magister, Actis Sanctorum Ian. t. II, 116, 48 ac 119, 66.

[126] Vergl. Nāradaparivrājakopaniṣat IV, 3: Na sambhāṣet striyaṃ kāṃcit | pūrvadṛṣṭāṃ ca na smaret | kathāṃ ca varjayet tāsāṃ | na paśyellikhitām api. — BONAVENTURA, Vita S. Francisci cap. V.: Mulierum familiaritates, colloquia et aspectus, quae multis occasio sunt ruinae, sollicitius evitari iubebat, asserens, per huiusmodi debilem frangi et fortem saepe spiritum infirmari.