[127] Cf. SOZOMENI lib. I cap. 13, De S. ANTONIO in AASS l. c. 119, 64 i. f.: Litteras neque novit neque magni aestimavit; sed puram mentem, utpote litteris antiquiorem et earum inventricem, laudavit plurimum. — Vergl. noch die Ablehnung und endlich nur durch das stille Beispiel gewährte Aufnahme, die PAULUS SIMPLICISSIMUS als beharrlicher Antonianer schweigsam nachfolgend gefunden, l. c. 147–148.
[128] zu gaddu Gurgel, Kehle cf. Anmerk. 7; von √gard = γαργαρειν. Gaddūhanamattam pi dann gelegentlich schlechthin ein Ausdruck für »auch noch so gering«. An dadrughnādi, TRENCKNER, Pāli Miscellany p. 59, ist nicht zu denken.
[129] Ein Leben wie Bakkulo hat der aegyptische PAULOS, »Eremitarum auctor et magister«, wie ihn die christliche Kirche zu rühmen beliebt, bis zu seinem Tode, im Alter von hundertdreizehn Jahren, geführt: und gleichwie Bakkulo dem Kassapo hat er es, am letzten Tage vom neunzigjährigen ANTONIOS aufgesucht, diesem noch berichtet. Der heitere Abschied unseres Bakkulo hat gleichsam eine Gegenstrophe im säligen Scheidegruß der aegyptischen MARIA, nach vierzigjähriger Buße, der sie treu in Wüsten blieb, von ihr im Sande niedergeschrieben, wie GOETHE sie nach den Acta Sanctorum (Apr. I, 82, 38) gegen Ende des Faust bekennen lässt; während ein anderer achtzigjähriger Meister, MICHELANGELO in einem Briefe an VASARI uns das alte, ächt solonische Motiv dazu insofern leichter verstehn lehrt, wenn er die festliche Feier einer Geburt nicht eher und nicht anders begangen haben will als »con quella allegrezza che s’à a serbare alla morte di chi è ben vissuto.«
Die unbeugsame Stärke bakkulischer und verwandter Geister mahnt allenthalben an die Gestalten der älteren Thebais: so deutlich, dass der letzteren historische Ahnen weiter als in Jerusalem aufgesucht werden möchten. Eine in den Acta Sanctorum vom 17. Jan. De S. ANTONIO Magno fol. 113 § 7 i. f. beigebrachte Bemerkung des IOANNES DAMASCENUS, der Ruhm der aegyptischen Eremiten sei bis an die Gränzen der Erde gedrungen, »ipsisque didita Indis esset, eos quoque ad eiusdem (sc. monasticae) vitae studium excitavit«, erheitert zunächst durch die ungeahnte Heuristik des biederen Kirchenvaters, dient aber sodann uns drüben stehenden als fein richtig weisender chrysorrhoischer Index. Namentlich nun sind es die mancherlei makarischen Denkmale, die immer wieder ihre indische Abstammung anzeigen. Die Ausgabe von PRITIUS bietet eine Hülle und Fülle der schönsten Beispiele. Hier folge als kürzeres Musterstück ein parabolischer Dialog, den man bei FLOSS p. 63 findet. »Frater convenit abbatem Macarium Aegyptium, cui: Abba, inquit, effare mihi verbum, quonam modo salvus ero? Ait senex: Vade in sepulchrum et maledictis mortuos impete. Abiens igitur frater eos conviciis et lapidibus appetiit, reversusque annuntiavit seni. Qui ab eo quaerit: Nihilne tibi responderunt? Frater: Nihil. Tum senex: Iterum, inquit, proficiscere cras, laudibus eos effer. Pergens itaque frater collaudavit eos vocans: Apostoli, sancti, iusti. Tum adiit senem dixitque: Laudavi. Qui: Nihilne, inquit, tibi responderunt? Frater: Nihil. Tunc senex infit: Nosti, quantis eos contumeliis affeceris, nec quidquam responderunt tibi, et quantis eosdem laudibus ornaveris, nihilque ad te prolocuti sunt: ita etiam tu, si salutem consequi desideras, mortuus fias, nec iniurias hominum nec laudes eorum cogites instar mortuorum; sic enim poteris salvus fieri.« Diese Thebais konnte nun freilich keine längere Blüthe erleben, und es folgte, wie eben überall, rascher Verfall, Auflösung, Umwandlung, abusus optimi als pessimus, auf den Helden und Heros der Zelot und Hesychiast, der Monk of Misrule, Abbot of Unreason und eine »affenheit« anstelle der »wîsheit«; oder um zur makarischen Parabel den speziellen Beleg zu liefern, die jesuitische Lehre vom Gehorsam perinde ac si cadaver. — Hier hinken manche Pfaffen an, sagt Meister ECKHART.
Die erstaunliche Rüstigkeit unseres Bakkulo, der von keinerlei Krankheit wusste, wie oben S. 254 gesagt, ist später sprichwörtlich geworden, im Aṉguttaranikāyo I, 14, 4, 8 bestätigt, wo er der gesündeste aller Jünger geheißen wird. Sein Andenken, zwar nur mehr der Name, ist noch im Lalitavistaras I im Anf. erhalten.
[130] Der selbe Gedanke oft im MAKARIOS, e. g. Homil. XVII § 3 & XV § 41–42, XXVII § 20.
[131] Aggivessano ist Aciravatos nomen patronymicum, der Zuname.
Der auf S. 259 und sonst, wie z. B. im 1. Bande S. 142, 313 etc., im 2. Bande S. 503 etc., mit unübertrefflicher Prägnanz geschilderten indischen Landschaft darf die ebenso rein anschaulich stilisierte Landschaft RUISDAELS als nahe verwandtes Kunstwerk verglichen werden.