[148] Vergl. BAKCHYLIDES, Theseus v. 42–45: δικας αδικοισιν οφρα μησεται — παντ’ εν τῳ δολιχῳ χρονῳ τελειται. Auch Hamlet I, 5, 10–22; namentlich die der Schlussfolge obiger Absätze merkwürdig entsprechende Stelle:

. . . . . . confined to fast in fires,

Till the foul crimes done in my days of nature

Are burnt and purg’d away.

[149] Die Opferpriester gefräßigen Hunden vergleichen ist nicht etwa ironische Erfindung unserer Texte, vielmehr schon im 12. Kapitel des 1. Buches der Chāndogyopaniṣat mit dramatischem Humor dargestellt, ganz analog der kostbaren Szene in des ARISTOPHANES Eirene v. 1043 ff., wann der Mantis Hierokles κατα την κνισαν εισεληλυθεν.

[150] Vergl. Chāndogyopaniṣat V, 10, 8 die kṣudrāṇi bhūtāni und ihr jāyasva mriyasvetyetattṛtīyaṃ sthānam.

[151] Vergl. die kuṇimāhāraneraiyā der Jainās, wie Aupapātikasūtre § 56; wo auch, beiläufig gesagt, unser Cūḷasīlam neben anderem sorgsam rezipiert erscheint.

[152] Dieser Kampf ums Dasein ist schon im Vedas erkannt worden, S̀atapathabrāhmaṇam I, 8, 1, 3. — Das Gleichniss von der Schildkröte und der Reuse scheint das Original zu jener mühsäligen, kaum verständlichen Parabel vom Kameel und dem Nadelöhr abzugeben, wie DE LORENZO in der Flegrea vom 5. Juni 1901 S. 410 f. des näheren ausführt. Doch was nach indischer Anschauung unschwer begreiflich, ist, durch diverse Medien und Metamorphosen mehr und mehr verdunkelt, im N. T. endlich zu einer Art Hieroglyphe geworden, mit der die Exegese, die sogar einen vikarierenden Elephanten aufgefunden, nicht fertig werden konnte, da ihr eben die ursprüngliche, in der Natur begründete, wenn auch hyperbolische Eikasie unseres Gleichnisses nicht zugänglich war; daher denn auch der sinnige MAKARIOS MG. es vorgezogen hat, καμηλος von καμειν abzuleiten und auf die πενια zu beziehen, ed. BLONDEL p. 58/59. Aber in einem der ältesten christlichen Briefe und zwar des BARNABAS, den freilich die Kirchentyrannis gerade seiner unzweideutig überirdischen Gesinnung wegen infam wie PETRUS verleugnet, findet man unsere obige Anschauung unvertrübt wieder, ohne Möglichkeit zu opportunem Missverstehn und theokratischer Umwerthung, in der Mitte des X. Kapitels, wo BARNABAS die Schlechten und Frevler den Polypen und anderen Thieren der Seetiefe vergleicht, ὡς και ταυτα τα ιχθυδια μονα επικαταρατα εν τῳ βυθῳ νηχεται, μη κολυμβωντα ὡς τα λοιπα, αλλ’ εν τῃ γῃ κατω του βυθου κατοικει. — Noch mag hier bemerkt sein, dass bei VERGIL, wann er den ατερπεα χωρον des EMPEDOKLES abbildet, die Stelle von der Schwierigkeit zum Menschenthum zu gelangen wiederkehrt, Aen. VI, 703–751. Bis in die Gegenwart hat sich im Volke ein solches, man möchte sagen metaphysische Gefühl hie und da erhalten. »Ziemlich verbreitet«, erzählt uns z. B. VERNALEKEN in seinen Mythen und Bräuchen des Volkes in Oesterreich S. 119 f., »ist in Steiermark die Meinung, dass die Soldaten nicht in den Himmel kämen, sondern die ‚grüne Wiese‘ zu ihrem Sammelplatz hätten. Dort auf der ‚grünen Wiese‘ harren sie, bis der Tag kommt, an welchem sie in der Welt wieder erscheinen werden.« Diese grüne Wiese nun gleicht aber mehr noch als den prata der Aeneis dem ασφοδελος λειμων der Odyssee, und dieser wiederum mehr dem heillos tiefen Sacer Oceanus, aus dem die uralte Schildkröte aufsteigt. Eine wunderbare Ahnung darum hat unseren WOLFRAM, im Titurel Str. 166, von »jâmersôten« reden lassen, nachdem er, Str. 120, das Gleichniss gegeben: