»Möge mir Herr Aggivessano die Lehre, wie sie von ihm gehört, von ihm aufgefasst worden, darlegen, auf dass ich doch etwa den Sinn seiner Rede verstehn könnte.«

»Mag ich dir nun, Königsohn, die Lehre, wie sie von mir gehört, von mir aufgefasst worden, darlegen, und du kannst da den Sinn meiner Rede verstehn, so soll es recht sein; {244} kannst du aber den Sinn meiner Rede nicht verstehn, so magst du deinen Glauben behalten und mich darum nicht weiter befragen.«

»Möge mir Herr Aggivessano die Lehre wie sie von ihm gehört, von ihm aufgefasst worden, darlegen: und kann ich da den Sinn seiner Rede verstehn, so soll es recht sein; kann ich aber den Sinn seiner Rede nicht verstehn, so werd’ ich meinen Glauben behalten und Herrn Aggivessano darum nicht weiter befragen.«

Da gab denn Aciravato der junge Asket dem Königsohne Jayaseno eine Darlegung der Lehre, wie er sie gehört, wie er sie aufgefasst hatte. Also berichtet sagte nun Jayaseno der Königsohn zu Aciravato dem jungen Asketen:

»Unmöglich ist es, o Aggivessano, es kann nicht sein, dass da ein Mönch, der ernsten Sinnes, eifrig, unermüdlich verweilt, Einigung des Herzens finden mag.«

Als nun Jayaseno der Königsohn Aciravato dem jungen Asketen Unmöglichkeit vorgehalten, stand er von seinem Sitze auf und ging weiter. Aciravato aber, der junge Asket, begab sich, bald nachdem Jayaseno der Königsohn fortgegangen, dorthin wo der Erhabene weilte. Dort angelangt begrüßte er den Erhabenen ehrerbietig und setzte sich zur Seite nieder. Zur Seite sitzend erzählte da Aciravato der junge Asket dem Erhabenen Wort um Wort das ganze Gespräch, das er mit Jayaseno dem Königsohne geführt hatte. Nach diesem Berichte wandte sich nun der Erhabene also an Aciravato den jungen Asketen:

»Woher denn, Aggivessano, sollt’ es möglich sein, dass was durch Entsagung erkennbar, durch Entsagung ersehbar, durch Entsagung erreichbar, durch Entsagung erwirkbar ist, {245} etwa auch von Jayaseno dem Königsohne, der mitten in Begehren lebt, Begehren genießt, von begehrlichen Gedanken verzehrt wird, von begehrlichem Fieber entzündet ist, eifrig dem Begehren nachgeht, erkannt oder ersehn oder erreicht oder verwirklicht werden könnte? Das ist unmöglich.[130] Gleichwie etwa, Aggivessano, wenn da zwei junge Elephanten oder junge Rosse oder junge Stiere wären, wohlgebändigt, wohlabgerichtet, und zwei junge Elephanten oder junge Rosse oder junge Stiere, ungebändigt, unabgerichtet; was meinst du nun, Aggivessano: jene beiden jungen Elephanten oder jungen Rosse oder jungen Stiere, die wohlgebändigten, wohlabgerichteten, würden die wohl als gebändigte thun was Gebändigten zukommt, als gebändigte den Rang der Gebändigten einnehmen?«

»Gewiss, o Herr!«

»Aber die beiden anderen jungen Elephanten oder jungen Rosse oder jungen Stiere, die ungebändigten, unabgerichteten, würden die wohl als ungebändigte thun was Gebändigten zukommt, als ungebändigte den Rang der Gebändigten einnehmen, gleichwie etwa jene ersteren?«