Zweiter Theil

Achte Rede

DER GUTE BISSEN

Das hab’ ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene im Lande der Sakker, bei Kapilavatthu, im Park der Feigenbäume. Und der Erhabene, zeitig gerüstet, nahm Mantel und Schaale und ging nach der Stadt um Almosenspeise. Und als der Erhabene, von Haus zu Haus tretend, Almosen erhalten hatte, kehrte er zurück, nahm das Mahl ein und begab sich in den Großen Wald, für den Tag. Im Inneren des Großen Waldes setzte sich der Erhabene unter eine Gruppe von Zitronenapfelbäumen[11], um hier bis gegen Sonnenuntergang zu verweilen.

Daṇḍapāṇi nun aber, ein Sakko-Prinz, erging sich lustwandelnd dahin und dorthin und kam in den Großen Wald. Im Inneren des Großen Waldes gelangte er zur Gruppe der Zitronenapfelbäume, zum Erhabenen. Da tauschte er mit dem Erhabenen höflichen Gruß und freundliche, denkwürdige Worte und stellte sich, auf seinen Spazierstock gestützt, seitwärts hin. Hierauf nun sprach Daṇḍapāṇi der Sakker zum Erhabenen also:

»Was bekennt und verkündet der Asket?«

»Dass der Bekenner, Bruder, in der Welt mit ihren Göttern, ihren bösen und heiligen Geistern, mit ihrer Schaar von Priestern und Büßern, Göttern und Menschen durch nichts in der Welt außer Fassung geräth, und dass dem wunschentwunden Verweilenden, dem Heiligen, der keine Frage mehr stellt, jeden Unmuth vertilgt hat, weder Dasein noch Nichtsein begehrt[12], Wahrnehmungen nicht anhaften: das bekenne ich, Bruder, das verkünde ich.«

Auf diese Worte senkte der Sakker Daṇḍapāṇi den Kopf, ließ die Zunge sehn, {109} zog die Brauen mit drei Stirnfalten in die Höhe und ging, auf seinen Spazierstock gestützt, von dannen.

Nachdem nun der Erhabene gegen Abend die Gedenkensruhe beendet hatte, begab er sich in den Park der Feigenbäume. Dort angelangt setzte sich der Erhabene auf den dargebotenen Sitz. Hierauf nun wandte sich der Erhabene an die Mönche:

»Als ich da, Mönche, heute früh gerüstet war, begab ich mich, mit Mantel und Schaale versehn, auf den Almosengang nach Kapilavatthu. Nach Empfang der Almosenspeise kehrte ich von der Stadt zurück und ging nach dem Mahle zum Großen Wald, für den Tag. Im Inneren des Großen Waldes setzte ich mich unter eine Gruppe von Zitronenapfelbäumen, bis gegen Sonnenuntergang dort zu verweilen. Daṇḍapāṇi nun aber, ihr Mönche, ein Sakko-Prinz, kam lustwandelnd in den Großen Wald, zur Gruppe der Bäume, unter der ich saß. Da tauschte er mit mir höflichen Gruß und freundliche, denkwürdige Worte und stellte sich, auf seinen Spazierstock gestützt, seitwärts hin. Und nun, ihr Mönche, sprach Daṇḍapāṇi der Sakker also zu mir: ›Was bekennt und verkündet der Asket?‹ Hierauf erwiderte ich, ihr Mönche, dem Sakker Daṇḍapāṇi: ›Dass der Bekenner, Bruder, in der Welt mit ihren Göttern, ihren bösen und heiligen Geistern, mit ihrer Schaar von Priestern und Büßern, Göttern und Menschen durch nichts in der Welt außer Fassung geräth, und dass dem wunschentwunden Verweilenden, dem Heiligen, der keine Frage mehr stellt, jeden Unmuth vertilgt hat, weder Dasein noch Nichtsein begehrt, Wahrnehmungen nicht anhaften: das bekenne ich, Bruder, das verkünde ich.‹ Auf diese Worte, ihr Mönche, senkte der Sakker Daṇḍapāṇi den Kopf, ließ die Zunge sehn, zog die Brauen mit drei Stirnfalten in die Höhe und ging, auf seinen Spazierstock gestützt, von dannen.«