»Ist nun, Mahānāmo, der heilige Jünger also tüchtig in Tugend, hütet er also die Thore der Sinne, weiß er also beim Essen Maaß zu halten, weiht er sich also der Wachsamkeit, eignen ihm also sieben rechte Eigenschaften, {357}und kann er die vier Schauungen, die das Herz erquicken, schon im Leben besäligen, also nach Wunsch gewinnen, in ihrer Fülle und Weite, so heißt man ihn, Mahānāmo, den heiligen Jünger, der die Schritte des Kämpfers gegangen, ja bis oben an die Verschaalung gelangt ist, fähig zur Durchbrechung, fähig zur Erwachung, fähig die unvergleichliche Sicherheit zu finden.

»Gleichwie etwa, Mahānāmo, wenn eine Henne ihre Eier, acht oder zehn oder zwölf Stück, wohl bebrütet, gänzlich ausgebrütet, völlig gar gebrütet hat; wie sollte da nicht jener Henne der Wunsch kommen: ›Ach möchten doch meine Küchlein mit den Krallen oder dem Schnabel die Eischaale aufhacken, möchten sie doch heil durchbrechen!‹, und jene Küchlein sind fähig geworden mit den Krallen oder dem Schnabel die Eischaale aufzuhacken und heil durchzubrechen: ebenso nun auch, Mahānāmo, wird der heilige Jünger, sobald er also tüchtig in Tugend ist, also die Thore der Sinne hütet, also beim Essen Maaß zu halten weiß, also der Wachsamkeit sich weiht, also sieben rechte Eigenschaften ihm eignen, und er also die vier Schauungen, die das Herz erquicken, schon im Leben besäligen, nach Wunsch gewinnen kann, in ihrer Fülle und Weite, als solcher, Mahānāmo, der heilige Jünger geheißen, der die Schritte des Kämpfers gegangen, ja bis oben an die Verschaalung gelangt ist, fähig zur Durchbrechung, fähig zur Erwachung, fähig die unvergleichliche Sicherheit zu finden.

»Hat nun, Mahānāmo, ein solcher heiliger Jünger eben diese letzte, gleichmüthig einsichtige vollkommene Reine erreicht, so erinnert er sich mancher verschiedenen früheren Daseinsform, mit je den eigenthümlichen Merkmalen, mit je den eigenartigen Beziehungen. So ist er zum ersten Mal hervorgebrochen, wie das junge Huhn aus der Eischaale.

»Hat nun, Mahānāmo, ein solcher heiliger Jünger eben diese letzte, gleichmüthig einsichtige vollkommene Reine erreicht, so sieht er mit dem himmlischen Auge, dem geläuterten, über menschliche Gränzen hinausreichenden, die Wesen dahinschwinden und wiedererscheinen, gemeine und edle, schöne und unschöne, glückliche und unglückliche, er erkennt wie die Wesen je nach den Thaten wiederkehren. So ist er zum zweiten Mal hervorgebrochen, wie das junge Huhn aus der Eischaale.

»Hat nun, Mahānāmo, ein solcher heiliger Jünger eben diese letzte, gleichmüthig einsichtige vollkommene Reine erreicht, so lässt er den Wahn versiegen und macht sich die wahnlose Gemütherlösung, Weisheiterlösung noch bei Lebzeiten offenbar, verwirklicht und erringt sie. {358}So ist er zum dritten Mal hervorgebrochen, wie das junge Huhn aus der Eischaale.

»Wenn da, Mahānāmo, der heilige Jünger tüchtig in Tugend ist, so gilt ihm das als Wandel. Wenn da, Mahānāmo, der heilige Jünger die Thore der Sinne hütet, so gilt ihm das als Wandel. Wenn da, Mahānāmo, der heilige Jünger beim Essen Maaß zu halten weiß, so gilt ihm das als Wandel. Wenn da, Mahānāmo, der heilige Jünger sich der Wachsamkeit weiht, so gilt ihm das als Wandel. Wenn da, Mahānāmo, dem heiligen Jünger sieben rechte Eigenschaften eignen, so gilt ihm das als Wandel. Wenn da, Mahānāmo, der heilige Jünger die vier Schauungen, die das Herz erquicken, schon im Leben besäligen, nach Wunsch gewinnen kann, in ihrer Fülle und Weite, so gilt ihm das als Wandel.

»Und wenn sich da, Mahānāmo, der heilige Jünger mancher verschiedenen früheren Daseinsformen erinnert, so gilt ihm das als Wissen. Und wenn da, Mahānāmo, der heilige Jünger die Wesen dahinschwinden und wiedererscheinen sieht, so gilt ihm das als Wissen. Und wenn da, Mahānāmo, der heilige Jünger mit der Wahnversiegung sich die wahnlose Gemütherlösung, Weisheiterlösung noch bei Lebzeiten offenbar macht, verwirklicht und erringt, so gilt ihm das als Wissen.

»Den heißt man, Mahānāmo, den heiligen Jünger, der wissend bewährt ist, der wandelnd bewährt ist, der wissend und wandelnd bewährt ist. — Auch Brahmā hat da, Mahānāmo, der ewige Jüngling, den Spruch gesagt:

›Der Krieger ist der höchste Herr

Von allen, die von Adel sind;