»Weiter sodann, Udāyī, hab’ ich den Jüngern die Pfade gewiesen, auf deren Stegen meine Jünger die vier Machtgebiete erobern: da erobert, Udāyī, der Mönch das durch Innigkeit, Ausdauer und Sammlung des Willens gezeugte Machtgebiet; erobert das durch Innigkeit, Ausdauer und Sammlung der Kraft gezeugte Machtgebiet; erobert das durch Innigkeit, Ausdauer und Sammlung des Geistes gezeugte Machtgebiet; erobert das durch Innigkeit, Ausdauer und Sammlung des Prüfens gezeugte Machtgebiet. Da haben denn meine Jünger der Erkenntniss letzte Vollendung reichlich erreicht.
»Weiter sodann, Udāyī, hab’ ich den Jüngern die Pfade gewiesen, auf deren Stegen meine Jünger fünf der Fähigkeiten erwerben: da wird, Udāyī, der Mönch fähig der Zuversicht, die zur Ebbung führt, zur Erwachung führt; {326} fähig der Kraft, die zur Ebbung führt, zur Erwachung führt; fähig der Einsicht, die zur Ebbung führt, zur Erwachung führt; fähig der Innigkeit, die zur Ebbung führt, zur Erwachung führt; fähig der Weisheit, die zur Ebbung führt, zur Erwachung führt. Da haben denn meine Jünger der Erkenntniss letzte Vollendung reichlich erreicht.
»Weiter sodann, Udāyī, hab’ ich den Jüngern die Pfade gewiesen, auf deren Stegen meine Jünger fünf der Vermögen erwerben: da wird, Udāyī, der Mönch vermögend an Zuversicht, die zur Ebbung führt, zur Erwachung führt; vermögend an Kraft, die zur Ebbung führt, zur Erwachung führt; vermögend an Einsicht, die zur Ebbung führt, zur Erwachung führt; vermögend an Innigkeit, die zur Ebbung führt, zur Erwachung führt; vermögend an Weisheit, die zur Ebbung führt, zur Erwachung führt. Da haben denn meine Jünger der Erkenntniss letzte Vollendung reichlich erreicht.
»Weiter sodann, Udāyī, hab’ ich den Jüngern die Pfade gewiesen, auf deren Stegen meine Jünger die sieben Erweckungen wirken: da wirkt, Udāyī, der Mönch der Einsicht Erweckung, die abgeschieden gezeugte, abgelöst gezeugte, ausgerodet gezeugte, die in Endsal übergeht; wirkt des Tiefsinns Erweckung, die abgeschieden gezeugte, abgelöst gezeugte, ausgerodet gezeugte, die in Endsal übergeht; wirkt der Kraft Erweckung, die abgeschieden gezeugte, abgelöst gezeugte, ausgerodet gezeugte, die in Endsal übergeht; wirkt der Heiterkeit Erweckung, die abgeschieden gezeugte, abgelöst gezeugte, ausgerodet gezeugte, die in Endsal übergeht; wirkt der Lindheit Erweckung, die abgeschieden gezeugte, abgelöst gezeugte, ausgerodet gezeugte, die in Endsal übergeht; wirkt der Innigkeit Erweckung, die abgeschieden gezeugte, abgelöst gezeugte, ausgerodet gezeugte, die in Endsal übergeht; wirkt des Gleichmuths Erweckung, die abgeschieden gezeugte, abgelöst gezeugte, ausgerodet gezeugte, die in Endsal übergeht. Da haben denn meine Jünger der Erkenntniss letzte Vollendung reichlich erreicht.
»Weiter sodann, Udāyī, hab’ ich den Jüngern die Pfade gewiesen, auf deren Stegen meine Jünger den heiligen achtfältigen Weg gewinnen: da gewinnt, Udāyī, der Mönch rechte Erkenntniss, rechte Gesinnung, rechte Rede, rechtes Handeln, rechtes Wandeln, rechtes Mühn, rechte Einsicht, rechte Einigung. {327} Da haben denn meine Jünger der Erkenntniss letzte Vollendung reichlich erreicht.
»Weiter sodann, Udāyī, hab’ ich den Jüngern die Pfade gewiesen, auf deren Stegen meine Jünger die acht Freiungen finden. Formhaft ist er und sieht die Formen: das ist die erste Freiung. Innen ohne Formwahrnehmung sieht er außen Formen: das ist die zweite Freiung. Schönheit nur hat er im Sinne: das ist die dritte Freiung. Durch völlige Ueberwindung der Formwahrnehmungen, Vernichtung der Gegenwahrnehmungen, Verwerfung der Vielheitwahrnehmungen gewinnt er in dem Gedanken ›Gränzenlos ist der Raum‹ das Reich des unbegränzten Raumes: das ist die vierte Freiung. Nach völliger Ueberwindung der unbegränzten Raumsphäre gewinnt er in dem Gedanken ›Gränzenlos ist das Bewusstsein‹ das Reich des unbegränzten Bewusstseins: das ist die fünfte Freiung. Nach völliger Ueberwindung der unbegränzten Bewusstseinsphäre gewinnt er in dem Gedanken ›Nichts ist da‹ das Reich des Nichtdaseins: das ist die sechste Freiung. Nach völliger Ueberwindung der Nichtdaseinsphäre erreicht er die Gränzscheide möglicher Wahrnehmung: das ist die siebente Freiung. Nach völliger Ueberwindung der Gränzscheide möglicher Wahrnehmung erreicht er die Auflösung der Wahrnehmbarkeit: das ist die achte Freiung. Da haben denn meine Jünger der Erkenntniss letzte Vollendung reichlich erreicht.
»Weiter sodann, Udāyī, hab’ ich den Jüngern die Pfade gewiesen, auf deren Stegen meine Jünger acht Grade der Ueberwindung durchschreiten. Innen nimmt er Formen wahr, einig; {328} außen sieht er Formen, wenig, schöne und unschöne; solche überwindend sagt er sich ›Ich weiß es, ich seh’ es‹, nimmt es also wahr: das ist der erste Grad der Ueberwindung. Innen nimmt er Formen wahr, einig; außen sieht er Formen, unermesslich, schöne und unschöne; solche überwindend sagt er sich ›Ich weiß es, ich seh’ es‹, nimmt es also wahr: das ist der zweite Grad der Ueberwindung. Innen ohne Formwahrnehmung, einig, sieht er außen Formen, wenig, schöne und unschöne; solche überwindend sagt er sich ›Ich weiß es, ich seh’ es‹, nimmt es also wahr: das ist der dritte Grad der Ueberwindung. Innen ohne Formwahrnehmung, einig, sieht er außen Formen, unermesslich, schöne und unschöne; solche überwindend sagt er sich ›Ich weiß es, ich seh’ es‹, nimmt es also wahr: das ist der vierte Grad der Ueberwindung. Innen ohne Formwahrnehmung, einig, sieht er außen Formen, blaue, die blau schimmern, blau scheinen, blau aussehn. Gleichwie etwa eine Hanfblüthe blau ist, blau schimmert, blau scheint, blau aussieht, oder gleichwie etwa ein Seidenstoff, auf beiden Seiten blaugefärbt[110], blau schimmert, blau scheint, blau aussieht: ebenso auch sieht er, innen ohne Formwahrnehmung, einig, außen Formen, blaue, die blau schimmern, blau scheinen, blau aussehn; solche überwindend sagt er sich ›Ich weiß es, ich seh’ es‹, nimmt es also wahr: das ist der fünfte Grad der Ueberwindung. Innen ohne Formwahrnehmung, einig, sieht er außen Formen, gelbe, die gelb schimmern, gelb scheinen, gelb aussehn. Gleichwie etwa eine Zimmtblüthe gelb ist, gelb schimmert, gelb scheint, gelb aussieht, oder gleichwie etwa ein Seidenstoff, {329} auf beiden Seiten gelbgefärbt, gelb schimmert, gelb scheint, gelb aussieht: ebenso auch sieht er, innen ohne Formwahrnehmung, einig, außen Formen, gelbe, die gelb schimmern, gelb scheinen, gelb aussehn; solche überwindend sagt er sich ›Ich weiß es, ich seh’ es‹, nimmt es also wahr: das ist der sechste Grad der Ueberwindung. Innen ohne Formwahrnehmung, einig, sieht er außen Formen, rothe, die roth schimmern, roth scheinen, roth aussehn. Gleichwie etwa eine Malvenrose roth ist, roth schimmert, roth scheint, roth aussieht, oder gleichwie etwa ein Seidenstoff, auf beiden Seiten rothgefärbt, roth schimmert, roth scheint, roth aussieht: ebenso auch sieht er, innen ohne Formwahrnehmung, einig, außen Formen, rothe, die roth schimmern, roth scheinen, roth aussehn; solche überwindend sagt er sich ›Ich weiß es, ich seh’ es‹, nimmt es also wahr: das ist der siebente Grad der Ueberwindung. Innen ohne Formwahrnehmung, einig, sieht er außen Formen, weiße, die weiß schimmern, weiß scheinen, weiß aussehn. Gleichwie etwa der Morgenstern weiß ist, weiß schimmert, weiß scheint, weiß aussieht, oder gleichwie etwa ein Seidenstoff, auf beiden Seiten weißgebleicht, weiß schimmert, weiß scheint, weiß aussieht: ebenso auch sieht er, innen ohne Formwahrnehmung, einig, außen Formen, weiße, die weiß schimmern, weiß scheinen, weiß aussehn; solche überwindend sagt er sich ›Ich weiß es, ich seh’ es‹, nimmt es also wahr: das ist der achte Grad der Ueberwindung. {330} Da haben denn meine Jünger der Erkenntniss letzte Vollendung reichlich erreicht.[111]
»Weiter sodann, Udāyī, hab’ ich den Jüngern die Pfade gewiesen, auf deren Stegen meine Jünger zehn Orte der Allheit erkunden. Der Erde Allheit erkennt er, einig, durch und durch, ungetheilt, unermesslich. Des Wassers Allheit erkennt er, einig, durch und durch, ungetheilt, unermesslich. Des Feuers Allheit erkennt er, einig, durch und durch, ungetheilt, unermesslich. Der Luft Allheit erkennt er, einig, durch und durch, ungetheilt, unermesslich. Des Blauen Allheit erkennt er, einig, durch und durch, ungetheilt, unermesslich. Des Gelben Allheit erkennt er, einig, durch und durch, ungetheilt, unermesslich. Des Rothen Allheit erkennt er, einig, durch und durch, ungetheilt, unermesslich. Des Weißen Allheit erkennt er, einig, durch und durch, ungetheilt, unermesslich. Des Raumes Allheit erkennt er, einig, durch und durch, ungetheilt, unermesslich. Des Bewusstseins Allheit erkennt er, einig, durch und durch, ungetheilt, unermesslich. Da haben denn meine Jünger der Erkenntniss letzte Vollendung reichlich erreicht.
»Weiter sodann, Udāyī, hab’ ich den Jüngern die Pfade gewiesen, auf deren Stegen meine Jünger die vier Schauungen eingehn. Da gewinnt, Udāyī, der Mönch, gar fern von Begierden, fern von unheilsamen Dingen, die sinnend gedenkende ruhegeborene sälige Heiterkeit, die Weihe der ersten Schauung. Diesen Körper da durchdringt und durchtränkt, erfüllt und sättigt er mit ruhegeborener säliger Heiterkeit, sodass nicht der kleinste Theil seines Körpers von ruhegeborener säliger Heiterkeit ungesättigt bleibt.
»Gleichwie etwa, Udāyī, ein gewandter Bader oder Badergeselle auf {331} ein erzernes Becken Seifenpulver streut und mit Wasser versetzt, verreibt und vermischt, sodass sein Schaumball völlig durchfeuchtigt, innen und außen mit Feuchtigkeit gesättigt ist und nichts herabträufelt: ebenso nun auch, Udāyī, durchdringt und durchtränkt, erfüllt und sättigt der Mönch diesen Körper da mit ruhegeborener säliger Heiterkeit, sodass nicht der kleinste Theil seines Körpers von ruhegeborener säliger Heiterkeit ungesättigt bleibt.[112]