»Wohlan denn, Hausvater, so höre und achte wohl auf meine Rede.«
»Ja, o Herr!« erwiderte da aufmerksam Potaliyo der Hausvater dem Erhabenen. Der Erhabene sprach also:
»Acht Dinge sind es, Hausvater, die hier im Orden des Heiligen den Verkehr abschneiden lassen: welche acht? Kein Wesen tödten lässt vom Tödten der Wesen abstehn, Gegebenes nehmen lässt vom Nehmen des Nichtgegebenen abstehn, die Wahrheit reden lässt von der Lüge abstehn, nicht verleumden lässt von Verleumdung abstehn, nicht begehrlich süchten lässt von begehrlicher Sucht abstehn, nicht rügen und schelten lässt von Rügen und Schelten abstehn, nicht wüthen und verzweifeln lässt von Wuth und Verzweiflung abstehn, nicht anmaaßen lässt von Anmaaßung abstehn. Das sind, Hausvater, kurz gesagt, nicht ausführlich unterschieden, die acht Dinge, die hier im Orden des Heiligen den Verkehr abschneiden lassen.«
»Diese acht Dinge, o Herr, vom Erhabenen kurz angegeben, nicht ausführlich unterschieden, die hier im Orden des Heiligen den Verkehr abschneiden lassen: möchte mir doch, o Herr, der Erhabene diese acht Dinge ausführlich darlegen, von Mitleid bewogen!«
»So höre denn, Hausvater, und achte wohl auf meine Rede!«
»Gewiss, o Herr!« erwiderte da aufmerksam Potaliyo der Hausvater dem Erhabenen. Der Erhabene sprach also:
{361}»‚Kein Wesen tödten lässt vom Tödten der Wesen abstehn‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? Da überlegt, Hausvater, der heilige Jünger bei sich: ›Jene Fesseln, die mich zum Mörder machen könnten, die beginn’ ich zu lösen, abzuschneiden: denn wenn ich zum Mörder würde, so möcht’ ich gar mich selber verachten, wegen des Mordes, und, wohlüberlegt, möchten Verständige mich tadeln, wegen des Mordes, und bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, stände mir üble Fährte bevor, wegen des Mordes. Das ist ja eben die Fessel, das ist die Hemmung, nämlich der Mord. Wenn aber durch Mord verstörendes, sehrendes Wähnen entsteht, kann es den, der sich vom Morde fernhält, also nicht ankommen.‹ ‚Kein Wesen tödten lässt vom Tödten der Wesen abstehn‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.
»‚Gegebenes nehmen lässt vom Nehmen des Nichtgegebenen abstehn‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? Da überlegt, Hausvater, der heilige Jünger bei sich: ›Jene Fesseln, die mich zum Diebe machen könnten, die beginn’ ich zu lösen, abzuschneiden: denn wenn ich zum Diebe würde, so möcht’ ich gar mich selber verachten, wegen des Diebstahls, und, wohlüberlegt, möchten Verständige mich tadeln, wegen des Diebstahls, und bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, stände mir üble Fährte bevor, wegen des Diebstahls. Das ist ja eben die Fessel, das ist die Hemmung, nämlich der Diebstahl. Wenn aber durch Diebstahl verstörendes, sehrendes Wähnen entsteht, kann es den, der sich vom Diebstahl fernhält, also nicht ankommen.‹ ‚Gegebenes nehmen lässt vom Nehmen des Nichtgegebenen abstehn‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.
»‚Die Wahrheit reden lässt von der Lüge abstehn‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? Da überlegt, Hausvater, der heilige Jünger bei sich: ›Jene Fesseln, die mich zum Lügner machen könnten, die beginn’ ich zu lösen, abzuschneiden: denn wenn ich zum Lügner würde, so möcht’ ich gar mich selber verachten, wegen der Lüge, und, wohlüberlegt, möchten Verständige mich tadeln, wegen der Lüge, und bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, stände mir üble Fährte bevor, wegen der Lüge. Das ist ja eben die Fessel, das ist die Hemmung, nämlich die Lüge. Wenn aber durch Lüge verstörendes, sehrendes Wähnen entsteht, {362} kann es den, der sich von der Lüge fernhält, also nicht ankommen.‹ ‚Die Wahrheit reden lässt von der Lüge abstehn‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.
»‚Nicht verleumden lässt von Verleumdung abstehn‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? Da überlegt, Hausvater, der heilige Jünger bei sich: ›Jene Fesseln, die mich zum Verleumder machen könnten, die beginn’ ich zu lösen, abzuschneiden: denn wenn ich zum Verleumder würde, so möcht’ ich gar mich selber verachten, wegen der Verleumdung, und, wohlüberlegt, möchten Verständige mich tadeln, wegen der Verleumdung, und bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, stände mir üble Fährte bevor, wegen der Verleumdung. Das ist ja eben die Fessel, das ist die Hemmung, nämlich Verleumden. Wenn aber durch Verleumden verstörendes, sehrendes Wähnen entsteht, kann es den, der sich von Verleumden fernhält, also nicht ankommen.‹ ‚Nicht verleumden lässt von Verleumdung abstehn‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.