»‚Nicht begehrlich süchten lässt von begehrlicher Sucht abstehn‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? Da überlegt, Hausvater, der heilige Jünger bei sich: ›Jene Fesseln, die mich begehrlich süchten ließen, die beginn’ ich zu lösen, abzuschneiden: denn wenn ich begehrlicher Sucht fröhnte, so möcht’ ich gar mich selber verachten, wegen begehrlicher Sucht, und, wohlüberlegt, möchten Verständige mich tadeln, wegen begehrlicher Sucht, und bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, stände mir üble Fährte bevor, wegen begehrlicher Sucht. Das ist ja eben die Fessel, das ist die Hemmung, nämlich begehrliche Sucht. Wenn aber durch begehrliche Sucht verstörendes, sehrendes Wähnen entsteht, kann es den, der sich von begehrlicher Sucht fernhält, also nicht ankommen.‹ ‚Nicht begehrlich süchten lässt von begehrlicher Sucht abstehn‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.

»‚Nicht rügen und schelten lässt von Rügen und Schelten abstehn‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? Da überlegt, Hausvater, der heilige Jünger bei sich: ›Jene Fesseln, die mich rügen und schelten ließen, die beginn’ ich zu lösen, abzuschneiden: {363} denn wenn ich rügte und schölte, so möcht’ ich gar mich selber verachten, wegen des Rügens und Scheltens, und, wohlüberlegt, möchten Verständige mich tadeln, wegen des Rügens und Scheltens, und bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, stände mir üble Fährte bevor, wegen des Rügens und Scheltens. Das ist ja eben die Fessel, das ist die Hemmung, nämlich Rügen und Schelten. Wenn aber durch Rügen und Schelten verstörendes, sehrendes Wähnen entsteht, kann es den, der sich von Rügen und Schelten fernhält, also nicht ankommen.‹ ‚Nicht rügen und schelten lässt von Rügen und Schelten abstehn‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.

»‚Nicht wüthen und verzweifeln lässt von Wuth und Verzweiflung abstehn‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? Da überlegt, Hausvater, der heilige Jünger bei sich: ›Jene Fesseln, die mich wüthen und verzweifeln ließen, die beginn’ ich zu lösen, abzuschneiden: denn wenn ich in Wuth und Verzweiflung geriethe, so möcht’ ich gar mich selber verachten, wegen der Wuth und Verzweiflung, und, wohlüberlegt, möchten Verständige mich tadeln, wegen der Wuth und Verzweiflung, und bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, stände mir üble Fährte bevor, wegen der Wuth und Verzweiflung. Das ist ja eben die Fessel, das ist die Hemmung, nämlich Wuth und Verzweiflung. Wenn aber durch Wuth und Verzweiflung verstörendes, sehrendes Wähnen entsteht, kann es den, der sich von Wuth und Verzweiflung fernhält, also nicht ankommen.‹ ‚Nicht wüthen und verzweifeln lässt von Wuth und Verzweiflung abstehn‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.

»‚Nicht anmaaßen lässt von Anmaßung abstehn‘: das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? Da überlegt, Hausvater, der heilige Jünger bei sich: ›Jene Fesseln, die mir Anmaaßung schüfen, die beginn’ ich zu lösen, abzuschneiden: denn wenn ich anmaaßend würde, so möcht’ ich gar mich selber verachten, wegen der Anmaaßung, und, wohlüberlegt, möchten Verständige mich tadeln, wegen der Anmaaßung, und bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, stände mir üble Fährte bevor, wegen der Anmaaßung. Das ist ja eben die Fessel, das ist die Hemmung, nämlich Anmaaßen. Wenn aber durch Anmaaßen verstörendes, sehrendes Wähnen entsteht, kann es den, der sich von Anmaaßen fernhält, also nicht ankommen.‹ ‚Nicht anmaaßen lässt von Anmaaßung abstehn‘: wurde das gesagt, so war es darum gesagt.

{364}»Das sind, Hausvater, kurz gesagt und ausführlich unterschieden, die acht Dinge, die hier im Orden des Heiligen den Verkehr abschneiden lassen. Doch nicht nur soweit wird im Orden des Heiligen ganz und gar überall aller Verkehr abgeschnitten.«

»Wie aber wird dann, o Herr, im Orden des Heiligen ganz und gar überall aller Verkehr abgeschnitten? O dass mir, o Herr, der Erhabene die Lehre derart zeigen möchte, wie da im Orden des Heiligen ganz und gar überall aller Verkehr abgeschnitten wird!«

»So höre denn, Hausvater, und achte wohl auf meine Rede.«

»Gewiss, o Herr!« erwiderte da aufmerksam Potaliyo der Hausvater dem Erhabenen. Der Erhabene sprach also:

»Gleichwie etwa, Hausvater, wenn ein Hund, von Hunger und Schwäche gepeinigt, sich vor der Bank eines Rindschlächters aufstellte, und es würfe ihm ein geschickter Schlächter oder Schlächtergeselle ein Knochenstück zu, kahl, abgeschabt, ohne Fleisch, blutbefleckt; was meinst du wohl, Hausvater: könnte da dieser Hund, indem er das Knochenstück, das kahle, abgeschabte, fleischlose, blutbefleckte, rings herum benagt, Hunger und Schwäche vertreiben?«

»Gewiß nicht, o Herr!«