»Ja, Herr!« erwiderte da aufmerksam Subho der junge Brāhmane, der Sohn Todeyyos, dem Erhabenen. Der Erhabene sprach also:

»Was ist das also, Brāhmane, für ein Weg, der zu Brahmā führt? {641} Da strahlt, Brāhmane, ein Mönch liebevollen Gemüthes weilend nach einer Richtung, dann nach einer zweiten, dann nach der dritten, dann nach der vierten, ebenso nach oben und nach unten: überall in allem sich wiedererkennend durchstrahlt er die ganze Welt mit liebevollem Gemüthe, mit weitem, tiefem, unbeschränktem, von Grimm und Groll geklärtem. In also geübter liebevoller Gemütherlösung, Brāhmane, kann beschränktes Werk nicht mehr übrig bleiben, nicht mehr bestehn. Gleichwie etwa, Brāhmane, ein kräftiger Trompeter gar mühelos nach den vier Seiten posaunen kann, ebenso nun auch, Brāhmane, kann in also geübter liebevoller Gemütherlösung beschränktes Werk nicht mehr übrig bleiben, nicht mehr bestehn. Das aber ist, Brāhmane, der Weg, der zu Brahmā führt.

»Weiter sodann, Brāhmane: erbarmenden Gemüthes, freudevollen Gemüthes, unbewegten Gemüthes weilend strahlt ein Mönch nach einer Richtung, dann nach einer zweiten, dann nach der dritten, dann nach der vierten, ebenso nach oben und nach unten: überall in allem sich wiedererkennend durchstrahlt er die ganze Welt mit erbarmendem Gemüthe, mit freudevollem Gemüthe, mit unbewegtem Gemüthe, mit weitem, tiefem, unbeschränktem, von Grimm und Groll geklärtem. In also geübter erbarmender, freudevoller, unbewegter Gemütherlösung, Brāhmane, kann beschränktes Werk nicht mehr übrig bleiben, nicht mehr bestehn. Gleichwie etwa, Brāhmane, ein kräftiger Trompeter gar mühelos nach den vier Seiten posaunen kann, ebenso nun auch, Brāhmane, kann in also geübter erbarmender, freudevoller, unbewegter {642} Gemütherlösung beschränktes Werk nicht mehr übrig bleiben, nicht mehr bestehn. Das aber ist, Brāhmane, der Weg, der zu Brahmā führt.«

Nach dieser Rede sprach Subho der junge Brāhmane, der Sohn Todeyyos, zum Erhabenen also:

»Vortrefflich, o Gotamo, vortrefflich, o Gotamo! Gleichwie etwa, o Gotamo, als ob einer Umgestürztes aufstellte, oder Verdecktes enthüllte, oder Verirrten den Weg wiese, oder Licht in die Finsternis brächte: ›Wer Augen hat wird die Dinge sehn‹: ebenso auch ist von Herrn Gotamo die Lehre gar manigfach dargelegt worden. Und so nehm’ ich bei Herrn Gotamo Zuflucht, bei der Lehre und bei der Jüngerschaft: als Anhänger möge mich Herr Gotamo betrachten, von heute an zeitlebens getreu. — Wohlan denn, o Gotamo, jetzt wollen wir aufbrechen: manche Pflicht wartet unser, manche Obliegenheit.«

»Wie es dir nun, Brāhmane, belieben mag.«

Und Subho der junge Brāhmane, der Sohn Todeyyos, durch des Erhabenen Rede erfreut und befriedigt, stand auf von seinem Sitze, begrüßte den Erhabenen ehrerbietig, ging rechts herum und entfernte sich.

Um diese Zeit aber fuhr Jāṇussoṇi der Priester in einem weißen Zeltwagen aus Sāvatthī hinaus, am Nachmittage. Da sah Jāṇussoṇi der Priester den jungen Brāhmanen Subho, den Sohn Todeyyos, von ferne herankommen, und als er ihn gesehn sprach er also zu ihm:

»Sieh’ da, wo kommt denn der verehrte Bhāradvājo[271] her, in der Sonne des Nachmittags?«[272]

»Von dort, Lieber, vom Asketen Gotamo komme ich.«