»Das nicht, o Herr!«
»Was meinst du wohl, Bhaddāli: es sei hier ein Mönch ein Weisheiterlöster, sei ein Körperzeuge, ein Aufgeklärter, ein Gläubigerlöster, ein Wissendergebener, sei ein Gläubigergebener[46], und ich spräche also zu ihm: ›Geh’ mir, du Mönch, und steige in Staub hinein‹: würde der nun hineinsteigen, oder aber seine Schritte anderswo hinlenken oder ›Nein‹ sagen?«
»Das nicht, o Herr!«
»Was meinst du wohl, Bhaddāli: bist du etwa damals ein Beiderseiterlöster gewesen, oder ein Weisheiterlöster, {440} oder ein Körperzeuge, oder ein Aufgeklärter, oder ein Gläubigerlöster, oder ein Wissendergebener, oder ein Gläubigergebener?«
»Freilich nicht, o Herr!«
»Bist du, Bhaddāli, damals nicht hohl und leer und verlassen gewesen?«
»So ist es, o Herr! Ein Vergehn, o Herr, hat mich überkommen, wie einen Thoren, wie einen Irren, wie einen Missrathenen, der ich, wo der Erhabene die Regel des Ordens angegeben, wo die Jüngerschaft die Regel angenommen, von meinem Unvermögen gesprochen habe! So möge mich, o Herr, der Erhabene das Vergehn als Vergehn bekennen lassen, um in Zukunft an mich zu halten.«
»In der That hat dich, Bhaddāli, ein Vergehn überkommen, wie einen Thoren, wie einen Irren, wie einen Missrathenen, der du, wo ich ein Regelmaaß angegeben, wo die Jüngerschaft die Regel angenommen, von deinem Unvermögen gesprochen hast. Weil du nun aber, Bhaddāli, das Vergehn als Vergehn eingesehn und nach Gebühr bekannt hast, erkennen wir das von dir an. Denn ein Fortschritt ist es, Bhaddāli, im Orden des Heiligen, ein Vergehn als Vergehn einzusehn, nach Gebühr zu bekennen, in Zukunft an sich zu halten.
»Da kommt, Bhaddāli, ein Mönch im Meisterorden der Regel nicht vollkommen nach. Und er gedenkt bei sich: ›Wie, wenn ich nun einen abgelegenen Ruheplatz aufsuchte, einen Hain, den Fuß eines Baumes, eine Felsengrotte, eine Bergesgruft, einen Friedhof, die Waldesmitte, {441}ein Streulager in der offenen Ebene, auf dass es mir doch etwa möglich wäre das überirdische, reiche Heilthum der Wissensklarheit zu verwirklichen!‹ Und er sucht einen abgelegenen Ruheplatz auf, einen Hain, den Fuß eines Baumes, eine Felsengrotte, eine Bergesgruft, einen Friedhof, die Waldesmitte, ein Streulager in der offenen Ebene. Und wie er dort abgesondert lebt rügt ihn der Meister, oder es rügen ihn, wohlüberlegt, verständige Ordensbrüder, oder es rügen ihn Gottheiten, oder er selber rügt sich. Und vom Meister gerügt, oder, wohlüberlegt, von verständigen Ordensbrüdern gerügt, oder von Gottheiten gerügt, oder von sich selber gerügt kann er das überirdische, reiche Heilthum der Wissensklarheit nicht verwirklichen. Und warum nicht? Weil es also, Bhaddāli, billig ist für einen, der im Meisterorden der Regel nicht vollkommen genügt.
»Da kommt nun, Bhaddāli, ein Mönch im Meisterorden der Regel vollkommen nach. Und er gedenkt bei sich: ›Wie, wenn ich nun einen abgelegenen Ruheplatz aufsuchte, einen Hain, den Fuß eines Baumes, eine Felsengrotte, eine Bergesgruft, einen Friedhof, die Waldesmitte, ein Streulager in der offenen Ebene, auf dass es mir doch etwa möglich wäre das überirdische, reiche Heilthum der Wissensklarheit zu verwirklichen!‹ Und er sucht einen abgelegenen Ruheplatz auf, einen Hain, den Fuß eines Baumes, eine Felsengrotte, eine Bergesgruft, einen Friedhof, die Waldesmitte, ein Streulager in der offenen Ebene. Und wie er dort abgesondert lebt, rügt ihn der Meister nicht, und es rügen ihn, wohlüberlegt, verständige Ordensbrüder nicht, und es rügen ihn keine Gottheiten, und er selber rügt sich nicht. Und vom Meister ungerügt, und, wohlüberlegt, von verständigen Ordensbrüdern ungerügt, und von Gottheiten ungerügt, und ungerügt von sich selber kann er das überirdische, reiche Heilthum der Wissensklarheit verwirklichen. Gar fern von Begierden, fern von unheilsamen Dingen lebt er in sinnend gedenkender ruhegeborener säliger Heiterkeit, in der Weihe der ersten Schauung. Und warum das? Weil es also, Bhaddāli, billig ist für einen, der im Meisterorden der Regel vollkommen genügt.