GRÖSSERES BILD

Die Malaien sind mit einem unterrockartigen Gewande, dem Sarong ([Abb. 252]), einem Kopftuch oder einer Mütze und einem Umschlagtuche um den Oberkörper bekleidet; die mehr zivilisierten Stämme tragen jetzt auch Hosen. Die Frauenkleidung ist die gleiche, nur fällt bei ihr meistens das Kopftuch fort, dafür aber tritt eine Jacke ([Abb. 253]) hinzu. Die Stoffe für diese Gewänder sind Erzeugnisse der einheimischen Webekunst. — Ein auf Java beschränktes, aber hier seit undenklichen Zeiten allgemein geübtes Hausgewerbe ist das Batiken ([Abb. 254]) des einheimischen oder eingeführten Kattuns, das ist das Herstellen warmer Farbentöne auf diesem mittels eines eigenartigen Verfahrens. Auf dem Stoffe werden zunächst die Muster, zumeist Arabesken, sodann aber auch Pflanzen, Tiere und szenische Darstellungen, mittels Wachs abgedeckt, meistens freihändig, bei komplizierteren Mustern auch nach Aufzeichnen mittels Holzkohle. Das Abdecken von schmäleren Flächen, Linien oder Punkten geschieht mit einer Art Füllfederhalter, einem Näpfchen mit lang ausgezogener Ausgußöffnung zur Aufnahme des Wachses, das beständig in kleinen Tonschalen über kleinen Herden flüssig gehalten wird, bei größeren Flächen mittels Pinsels. Das fertig abgedeckte Tuch wird nun ins Farbbad in einen großen Kupferkessel gebracht; dadurch nehmen diejenigen Stellen, an denen das Wachs aufsitzt, keine Farbe an, sondern bleiben weiß, wenn dieses wieder entfernt worden ist. Dies geschieht durch Eintauchen und Umherschwenken des gefärbten Stoffes in kochendem Wasser. So einfach das Batiken auch erscheint, so ist es doch äußerst mühsam und zeitraubend, zumal wenn das Tuch mehrfarbig ausfallen soll, da sich dann der Prozeß des Abdeckens, Färbens, des Wachssammelns und so weiter mehrfach wiederholt.

Phot. Ch. Hose.

Abb. 252. Dajakfrau in ihrer Tracht.

Recht mannigfaltig ist der Körperschmuck der Malaien. Kopf, Ohren, Hals, Brust, Arme und Beine werden mit allerlei Zierat behängt ([Abb. 255] und [258]), zu dem mit großer Vorliebe bunte Glasperlen ([Abb. 256]) — es gibt darunter sehr alte von hohem Wert, die gleichbedeutend mit Geld sind, ähnlich wie alte Tongefäße ([Abbild. 257]) —, verwendet werden. Aber auch Muschelplättchen, Fruchtkerne, bunte Federn, gefärbtes Holz, Bambusfasern, Zinn, Messing und Edelmetalle (Gold und Silber), sowie Edelsteine finden Verarbeitung. Wie wohl bei keinem anderen Volke sind hier allerlei Körperdeformationen sehr beliebt.

Phot. A. Heim.

Abb. 253. Frauen auf Sumatra im Festschmuck.

Die Mädchen und Frauen der Familien von Rang kleiden sich zu den Festlichkeiten in farbenfreudige Gewänder, die reich mit Gold und Silber durchbrochen und von hohem Werte sind, und tragen goldene Stirnbänder. Die Mädchen lassen sich dem mohammedanischen Brauch zufolge nur zu solchen Gelegenheiten sehen.