der in langsamen, graziösen Wendungen besteht, die Arme ahmen dabei die Bewegungen einer Schlange oder eines im Fluge begriffenen Vogels nach.
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GRÖSSERES BILD
Die Religion der Javaner, Sundanesen und Maduresen ist der Mohammedanismus, allerdings vielfach noch mit den Überresten und Gebräuchen des älteren heidnischen Kultus durchsetzt. Die Javaner, die ursprünglich wohl wie alle halbzivilisierten Indonesier Animisten waren, wurden schließlich hinduisiert. Zuerst kam die Schiwaanbetung und dann der Buddhismus; beide Religionen übten einen großen Einfluß auf ihre Kultur aus; besonders sind jene prachtvollen Tempel der Zivilisation von seiten der Hindu zu verdanken, die, heutzutage verfallen, über ganz Java sich zerstreut finden, wie der Borobudur, Prambanan und Mendut, um nur die berühmtesten unter ihnen zu nennen. Schließlich kam der Islam nach Java, wahrscheinlich um das dreizehnte Jahrhundert herum; von hier aus verbreitete sich die neue Lehre bald über alle Inseln des malaiischen Archipels. Daneben sind doch noch eine ganze Anzahl Stämme heidnisch geblieben, andere haben auch das Christentum angenommen. — Trotz der Lehre des Islam haben sich unter dem javanischen Volk noch überall die alten Vorstellungen erhalten. Die Javaner glauben an gute und böse Geister, fürchten sich vor Gespenstern und vertrauen auf Astrologie, Glücks- und Unglückstage, Vorbedeutungen und allerhand Zauber. Ihre Heilkunde war bis vor kurzem, bevor europäisch geschulte Ärzte sich ihrer annahmen, der reine Schamanismus, und lag in den Händen der Dunkun, einer Art Zauberer (beiderlei Geschlechts), die böse Geister austrieben, Kranke folterten, ihnen selbstbereitete Säfte von Pflanzen oder Wurzeln in den Hals gossen und anderen Unfug mehr verübten.
Phot. Ch. Hose.
Abb. 292. Ein gefesseltes Krokodil,
das von den Kajan als Freund und heiliges Tier betrachtet wird und nicht getötet werden darf. Daher wird es, wenn es einen Menschen tötete, gefangen, unter freundlicher Anrede wie „Großvater“ und ähnlichem gebunden und dem natürlichen Tode überlassen.
Hahnenkampf auf Borneo,
der eine beliebte Unterhaltung der Seedajak oder Ibaner ist. Die Eigentümer halten die Hähne einander gegenüber und lassen sie los, sobald sie durch das Sträuben der Halsfedern ihre Neigung zum Kampfe zeigen.