auf denen Opfer dargebracht und vor denen Tänze abgehalten werden.
Mit der Heirat der Subanun sind keine bemerkenswerten Sonderbräuche verbunden; das Wichtigste ist dabei die symbolische gegenseitige Reisfütterung des Paares aus einer gemeinsamen Schüssel, wozu der Priester den Segen der Geister anruft. Die Eltern vereinbaren das Nötige bezüglich des Brautpreises. Die Schwiegereltern werden mit großer Achtung behandelt; der junge Ehemann redet den Vater und die Mutter seiner Frau nicht mit ihrem Namen an, die Frau erweist den Eltern ihres Mannes die gleiche Höflichkeit. Von Polygamie, die wohl gestattet ist, wird selten Gebrauch gemacht, weil dies ein Luxus ist, den sich nur die Reichen leisten können. Da die Ehe der Subanun mehr auf Verstandesgrundlage denn auf solcher des Gefühls beruht, so erklärt es sich, daß sie von langer Dauer ist und durch Untreue nicht getrübt wird. Diese Sicherheit wird durch das Bewußtsein noch erhöht, daß die Partei, die danach trachtet, die Ehe zu lösen, Entschädigung zahlen muß oder eines Teils des ihr Ausgesetzten verlustig geht.
Phot. Fay Cooper Cole.
Abb. 334. Ein Tinguian beim Ölen eines Schweines für das Opfer.
Phot. Bureau of Science, Manila.
Abb. 335. Ifugao beim Tanz um ein Bildnis.
Die Arme werden dabei abwechselnd vorwärts und rückwärts gestoßen.
Die Bogobo heiraten in einem verhältnismäßig viel späteren Alter als anderswo auf den Philippinen; die die Ehe eingehenden Teile sind manchmal schon zwanzig Jahre alt. Die Eltern bringen für gewöhnlich die Partie zustande, die dann in aller Form bei einer Versammlung von Freunden und Verwandten, wobei zwei Gemeindehäuptlinge die beiden Personen vertreten, ihre Bestätigung findet. Der Vater des Mädchens macht stets ein Gegengeschenk, das ungefähr der Hälfte der Hochzeitsgabe von seiten des Bräutigams entspricht, damit es nicht heißt, er habe seine Tochter verkauft. Die Hochzeit findet aber dann noch nicht statt, sondern der Jüngling muß erst ein Jahr lang für seinen zukünftigen Schwiegervater arbeiten. Die Hochzeitszeremonie ist die gleiche wie anderwärts; Braut und Bräutigam bedienen sich gegenseitig mit Reis aus einer gemeinsamen Schüssel, und die Priesterin bringt den Geistern Opfer dar. Die Jungvermählten begeben sich zwar in ihr eigenes Heim, der Ehemann aber muß noch jahrelang gewisse Dienste für die Familie seiner Frau verrichten.