Abb. 345. Frau der Subanun (westliche Halbinsel Mindanaos),
die sich sehr zu putzen lieben.
Die Moro finden anscheinend nicht viel Vergnügen am Tanz, dagegen widmen sich ihm viel die Frauen, so bei Hochzeiten und anderen Gelegenheiten. Ihr Tanz kennzeichnet sich durch Bewegungen mit dem Oberkörper, die im besonderen die Arme und Hände ausführen, während die Füße überhaupt nicht in Tätigkeit treten. Die jungen Leute bekunden nur Interesse an einer Art Kriegstanz, den sie mit Schwert und Stock bewaffnet aufführen, und bei dem sie mit besonderer Geschicklichkeit und Schnelligkeit Fechterkunststücke darbieten. — Die Musik, für die die Moro viel übrig haben, soll ihre Lebensweise widerspiegeln, ihr Gesang dem Rollen der See ähneln. Das am meisten gebräuchliche Instrument ist eine Art Xylophon, auf dem die Frauen oft stundenlang spielen.
Phot. Bureau of Science, Manila.
Abb. 346. Moromann vom Suluarchipel.
Die Moro wanderten kurz vor der Invasion der Spanier ein.
An die Geburt eines Kindes knüpfen sich bei den Bewohnern des Suluarchipels einige eigenartige Gebräuche. Bei zögernder Geburt wird durch Spalten von Pinang oder Zerschneiden der Ingwerwurzel darüber Rat eingeholt, was die Ursache hierfür sein könnte, und dementsprechend werden Maßregeln getroffen. Hat die Kreißende zum Beispiel mit ihren Eltern Streit gehabt, so müssen diese sich Gesicht und Hände in einem Gefäß mit Wasser waschen und dabei geloben, nach günstigem Verlauf der Geburt ein Opfer darzubringen. Ein Teil dieses Waschwassers wird der Gebärenden zu trinken gegeben, der Rest über sie ausgegossen. Unmittelbar vor der Abnabelung ruft die Hebamme dem Kinde einen Namen zu und fragt an, ob es so heißen will; gibt es durch einen Ton seine Zustimmung, so behält es diesen Namen, verhält es sich aber ruhig, so wird ein anderer Name ausgedacht. Den abgetrennten Nabelstrang eines Knaben hebt man in einem kleinen Kober auf, der von diesem, sobald er erwachsen ist, um den Hals oder den Bauch getragen wird; derjenige der Mädchen wird sofort begraben. Die Nachgeburt wird mit Asche und Pinangblüten in ein Pinangblatt gewickelt und in eine Kalapanuß gelegt, die man zubindet. Eine der Geburtshelferinnen trägt sie mit bedecktem Kopfe hinaus und begräbt sie dicht bei der Wohnung; unterwegs aber darf sie kein Wort sprechen und niemand Rede stehen; sonst wird das Kind heuchlerisch. An der Stelle, wo die Nachgeburt vergraben ist, pflanzt man einen Gagabaum und zündet dort vier Nächte hindurch Harzfackeln an. Eigenartig ist die Anerkennung des Kindes durch den Vater. Die Hebamme gibt die Erklärung ab, wer der Vater ist. Dieser oder einer der männlichen Blutsverwandten muß dann den Bambussplitter, mit dem die Nabelschnur durchtrennt wurde, an einem Speer befestigen. Diesen steckt der Betreffende dann in einen bestimmten Baum und erkennt durch diese Zeremonie das Kind vor allen Dorfgenossen als sein eigenes an. Der Baum verbleibt Eigentum des Kindes.
Abb. 347. Bogobomusikanten.