Der vorderste der drei Tänzer, der bei jedem Schritt das eine Bein für kurze Zeit hoch hebt, trägt eine Maske ohne Augen und wird daher von dem zweiten mit einem Strick geleitet.

Nach Sonnenuntergang hauen die Beschnittenen einem Baum, der einer Tanne gleicht und Kalpem genannt wird, die Äste so weit ab, daß nur noch Stümpfe davon am Stamme bleiben, schälen die Rinde vollständig ab und bemalen den Baum mit schwarzen, roten und weißen Ringen, darauf behängen sie ihn mit Federn und Girlanden aus bunten Früchten und pflanzen ihn in die Erde. Außerdem stecken sie in einer gewissen Entfernung von diesem Baum zwei Stäbe in die Erde und verbinden sie mit kunstvollen, mit Federn verzierten Geflechten aus Kokosblättern. Sobald diese Vorbereitungen getroffen sind, stimmen die Knaben unter Trommelschlägen einen Gesang an, der die ganze Nacht andauert und ihre ganze „Nationalliteratur“ umfaßt. Beim Aufgehen des Morgensterns stellen sie die Trommeln um den Kalpembaum und gehen ins Geisterhaus, um zu schlafen. Hierauf kommen einige Männer aus dem Dorfe, vergewissern sich, daß die Knaben diesen Baum ohne fremde Beihilfe angefertigt haben, bewundern ihn, reißen ihn aber aus und nehmen die Federn, mit denen er geschmückt war, als ihr Eigentum an sich. — Weitere Zeremonien sind die Kanufahrten der älteren Knaben unter den Beschnittenen, die unter Gesang Baumrinde holen, woraus nach der Rückkehr vor dem Geisterhaus Lendentücher angefertigt werden, und daran anschließend die Bootsfahrten der Männer, um eine für tabu geltende Liane aufzusuchen, aus der sie Saft abzapfen, mit dem vor dem Geisterhause auch wieder Zauber getrieben wird; ferner das Schleudern eines mehrzinkigen Fischspeeres von seiten der Knaben in eine Yams enthaltende Schüssel, das Herausholen eines Stückes, das Lecken daran, dessen Zurückwerfen samt dem anhaftenden Speer in die Schüssel und das schließliche Schleudern ihres ganzen Inhaltes ins Meer; die Zubereitung einer Salbe aus Kokosnußöl und roter Farbe, womit die Haare eingerieben werden; die Gewinnung einer wohlriechenden Substanz aus den Blättern eines bestimmten Baumes und Einsalben des Körpers damit; das Aufpflanzen eines mit Blättern geschmückten Pfahles und dessen Anspeien mit wohlriechender Substanz durch sämtliche Knaben, die ihn dabei mit Gesang umkreisen und vieles andere mehr.

Phot. E. v. Hesse-Wartegg.

Abb. 101. Duk-Duk-Tänzer vom Bismarckarchipel.

Die Duk-Duk-Gesellschaften halten ihre Zusammenkünfte auf abgeschlossenen Plätzen ab, die Uneingeweihte und Frauen nicht betreten dürfen. Durch Lärmen und Schreien suchen sie die anderen Eingeborenen einzuschüchtern.


GRÖSSERES BILD

Aus: R. Neuhauß, Deutsch-Neuguinea.

Abb. 102. Geflochtene Tanzmaske vom Kaiserin-Augusta-Fluß.