Phot. E. v. Hesse-Wartegg.
Abb. 103. Wasserfahrt der Duk-Duk-Tänzer.
Aus: Parkinson, Dreißig Jahre in der Südsee.
Abb. 104. Landen der Duk-Duk-Tänzer, nach welchem der Tanz seinen Fortgang nimmt.
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GRÖSSERES BILD
In bestimmten Teilen des Bismarckarchipels und auf den westlich daran anstoßenden Inseln herrscht die barbarische Sitte der Abschließung junger Mädchen, besonders solcher, die im jüngsten Kindesalter bereits mit einer Person von Ansehen, zum Beispiel mit dem Sohne des Häuptlings verlobt wurden. Kegelförmige Käfige, bisweilen nur etwas über zwei Meter hoch bis zur Spitze und im unteren Durchmesser oft nicht größer, werden aus breiten, dicht zusammengenähten Blättern hergestellt, so daß in Wirklichkeit kein Licht und fast gar keine Luft in sie einzudringen vermag; jeder dieser Käfige besitzt eine nur kleine Öffnung, die mit einer ähnlich gebauten, nach außen sich öffnenden Tür versehen ist. In diesen Käfigen, die überdies für gewöhnlich noch in Hütten stehen, werden die Mädchen Jahre hindurch gefangen gehalten, oft fünf Jahre und noch länger; sie dürfen weder Tag noch Nacht herauskommen, auch wenn sie krank werden sollten, ausgenommen einmal am Tage, um in einer Schüssel oder Holzschale, die dicht dabei steht, zu baden. Diese Käfige sind oft so klein, daß das Mädchen nur sitzen oder gekrümmt darin liegen kann ([Abb. 122]).
Aus: Hesse-Wartegg, Samoa.