das sehr beliebt ist. Sie besitzen darin große Gewandtheit, machen alle mögliche, oft schwierige Figuren, ahmen mit Hilfe der Fäden Menschen, Tiere und andere, selbst in Bewegung befindliche Dinge, wie kämpfende Männer, nach.
Aus: Meyer-Parkinson, Papua-Album II.
Abb. 118. Eingeborene mit Panflöten.
Diese Instrumente, mit denen die Insulaner eine ganz gute musikalische Wirkung erzielen, werden in Melanesien häufig angetroffen.
In den Hochzeitszeremonien kehren verschiedentlich Anklänge an die Raubehe wieder. So umzingeln, um ein Beispiel anzuführen, im Rorogebiet (Britisch-Neuguinea) am Hochzeitstage eine Anzahl Freunde des Bräutigams das elterliche Haus des Mädchens und nehmen von ihm durch einen Scheinangriff unter viel Lärm und Toben Besitz. Das Mädchen entkommt dabei, wird aber verfolgt und wieder eingefangen, trotzdem es sich gegen seine Feinde mit Händen, Füßen und Zähnen verteidigt. Währenddessen spielt sich in seines Vaters Haus der Kampf weiter ab. Seine Mutter schlägt jeden leblosen Gegenstand ihrer Umgebung mit einer Keule oder einer Waffe und stößt dabei gegen die Räuber ihrer Tochter Flüche aus, schließlich bricht sie zusammen und verfällt ins Weinen, in das andere Frauen aus dem Dorf mit einstimmen. Ihre Klagen dauern drei Tage lang. Nachdem das Mädchen eingefangen ist, wird es in das väterliche Haus des Knaben geführt und auf die Verandaplattform gesetzt. Sobald der Jüngling sie ankommen sieht, läuft er seinerseits weg und versteckt sich, wird aber schleunigst von seinen Freunden wieder eingefangen, angemalt und geschmückt; dabei leistet er immer noch Widerstand. Endlich bringen sie ihn doch in das väterliche Haus, wo er sich neben das Mädchen setzen muß. Sodann wird die Ehe als vollzogen verkündet, aber das Paar nimmt nicht die geringste Notiz voneinander; es tut so, als ob es sich nicht kennt. Am nächsten Morgen muß der Vater des jungen Mannes eine Flut von Schimpfreden von dem Vater des jungen Mädchens über sich ergehen lassen, die ihr Ende nur durch ein Sühnegeschenk in Gestalt eines geschlachteten Hundes findet. Am Nachmittag wird die junge Frau von den Verwandten des jungen Mannes geschmückt, und das Paar wiederum auf derselben Plattform zusammengebracht. Auch jetzt ignoriert es einander wieder vollständig. Indessen bei der Wiederholung am dritten Tage kommt gewöhnlich eine Aussöhnung zustande. Das Mädchen reicht dem Jüngling Betel, dieser nimmt ihn und kaut ihn. Endlich kommt die Mutter des Mädchens, die sich bisher von allen diesen Zusammenkünften ferngehalten hat, und besucht ihre Tochter, über die sie weint und klagt, bis ein geschlachtetes Schwein ihr als Sühne angeboten wird. Der zweite Teil der Hochzeitszeremonie findet etwa drei bis acht Wochen später statt; vordem darf die Braut weder ihres Vaters Dorf besuchen, noch etwas von dorther essen. Auf die Einladung der Verwandten der jungen Frau hin wandern die Angehörigen des Mannes in das Dorf, in dem ihr Vater wohnt, und bringen sie, reich geschmückt an der Spitze des Zuges einhergehend, mit. Man trägt an einem Stock aufgehängte Schweine und wertvollen Federkopfputz ([Abbild. 126]); alles dieses erhält der Vater der jungen Frau. Hiernach wird ihr aller Schmuck abgenommen und ebenfalls ihrem Vater überreicht, der als Gegengabe an die Familie des jungen Mannes Fische und Bananen gibt. Diese nimmt sie ins Dorf mit und verteilt sie unter die Freunde, die zu dem Kaufpreis beigesteuert haben. Einige Tage später besucht das Paar wieder das Dorf der jungen Frau und erhält hier Geschenke. Man sieht, Geschenke und Festessen machen in der Hauptsache überall die Hochzeitsfeierlichkeiten aus, die nur hie und da ihre örtlichen Verschiedenheiten aufweisen. So wird auf den Torresstraßeninseln, wo übrigens die Hochzeit mit einer Entführung des Mädchens durch den Jüngling in der Nacht vorher ihre Einleitung erfährt, die Braut mit einem Rock nach dem anderen behängt, bis die Last sie so sehr beschwert, daß sie nicht mehr stehen kann, sondern von zwei Frauen aufrecht gehalten werden muß. Auf solche Weise schwer belastet, muß sie unter strenger Aufsicht einen Monat lang verharren, dann erst werden ihr die Röcke wieder abgenommen. Die weitere Feier liefert Stoff zu mancherlei Scherzen.
Aus: Parkinson, Dreißig Jahre in der Südsee.
Abb. 119. Hahnenmaske von der Gazellehalbinsel,
die nur von Knaben gemacht und von ihnen beim Tanz getragen wird. Bei einer der vielen Zeremonien auf dieser Landzunge geben angesehene Eingeborene ihren Nachbarn ein Fest, bei dem jede Familie tanzt. Es wird von letzteren erwartet, daß sie die Geschenke, die der Gastgeber vordem verabreichte, vergüten. Die Knaben tanzen in ihren Masken und verlangen dafür Geld von den Zuschauern.