Ein Brauch der Koita sei noch erwähnt, der eines gewissen Humors nicht entbehrt, nämlich des Wettbewerbes zweier führenden Männer verschiedener Sippen, von denen der eine behauptet, er wäre größer und reicher als der andere, besäße zum Beispiel einen größeren Garten, ernte mehr ein und ähnliches. Der andere, der sich durch solche Behauptung benachteiligt fühlt, fordert ihn daher zum Wettbewerb auf, bei dem ein jeder mit Hilfe der Genossen seiner Sippe soviel wie möglich herbeizuschaffen sich bemüht. Tagelang beschenkt der eine bei allen nur sich darbietenden Gelegenheiten den anderen mit Eßwaren, wofür dieser sich verpflichtet fühlt, möglichst bald ein Gegengeschenk zu machen, das aber der erhaltenen Gabe an Menge und Güte gleichkommen muß; der Empfänger und seine Familie verzehren das ihnen Dargebotene. An einem festgesetzten Tage wird nun auf der einen Dorfseite entlang eine Reihe vertikaler Stangen aufgestellt, und diese durch horizontale Stangen miteinander verbunden. An ihnen hängt jede Partei, die eine an dem einen, die andere an dem anderen Ende beginnend, die sowohl in den eigenen Gärten, wie auch in denen ihrer Freunde gesammelten Bananen der Reihe nach auf. Da jeder die allgemeine Unterstützung seiner Clangenossen findet, so werden die Dorfgärten in Wahrheit ausgeplündert. Jetzt kommt das eigentliche Fest, zu dem jeder der beiden Wetteifernden alle seine Bananen und möglichst viel Zuckerrohr zu einem mächtigen Stoß aufstapelt. Wieder fängt das gegenseitige Beschenken an, wobei einer den anderen zu überbieten sucht, aber dieses Mal handelt es sich nicht um Eßwaren, sondern um wertvolle Geschenke. Fällt nun die relative Größe der aufgebauten Früchtehaufen auf beiden Seiten gleich aus, dann ist der Ehre Genüge geschehen und der Wettstreit beendigt; wenn nicht, so fängt er von neuem an, und erforderlichenfalls schließen sich diesem noch andere an, ehe eine Gleichmäßigkeit erreicht wird.

Phot. C. G. Seligmann.

Abb. 139. Ein Mekeogeck im Tanzschmuck,

mit einer unter den Mekeo als elegant geltenden Wespentaille.

Aus: Parkinson, Dreißig Jahre in der Südsee.

Abb. 140. Schön geschnitztes und verziertes Segelboot von den Hermitinseln, das für längere Reisen bestimmt ist.

Die Muster an den Bootswänden sind braun und weiß gemalt, an den einwärts gebogenen Enden des Kiels am Bug und Heck hängen Federbüschel herab.


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