Abb. 187. Am Grabe des Mannes trauernde Witwe (Holländisch-Neuguinea).

Phot. A. C. Haddon.

Abb. 188. Kindermumie von den Inseln der Torresstraße.

Im Anschluß hieran mögen noch einige Worte über die Begräbnisgebräuche beim Tode von Kindern folgen. Trotz ihrer niederen Kultur scheint vielen Melanesiern der Tod ihrer Kleinen doch nahe zu gehen. Verschiedentlich lesen wir, daß die Eltern die üblichen Totenklagen ihretwegen anstimmen und sich das Gesicht schwärzen, wie beim Tode eines Erwachsenen. Auf Kaiser-Wilhelms-Land trennen sich die Eltern schwer von ihren Lieblingen; sie bemalen sie mit Ocker, wickeln sie in Blätter ein und bewahren sie eine Zeitlang in ihrer Hütte auf. Bei den Papua der Torresstraße soll der Fall vorgekommen sein, daß eine Mutter ihr totes Kind beständig auf ihrem Rücken mit sich herumschleppte ([Abb. 188]), und ein Papua von Doreh soll sich das Bild seines Söhnchens auf den Rücken haben einbrennen lassen. Bei den Mafulu herrscht die seltsame Sitte, daß eine Frau, die ein Kind verloren hat, sich einen ihrer Finger amputieren läßt; sie unterzieht sich dieser Prozedur jedesmal, wenn sie dasselbe Unglück trifft; manchmal sogar drei- bis viermal hintereinander.

Aus: Spencer & Gillen, Native Tribes of Central-Australia.

Abb. 189. Hochwerfen eines Knaben in die Luft bei einer der Aufnahmezeremonien des Aruntastammes.

Australien.