Ein aus einer menschlichen Hirnschale hergestellter Opferbecher.

Die Kleidung ist die bei den Mongolen übliche, deren wir bereits oben gedachten; beide Geschlechter kleiden sich im allgemeinen gleich, nur binden die Frauen keinen Gürtel um die Hüften, sondern knöpfen das Obergewand zu. Außerdem haben die Ärmel an den Frauengewändern die Form eines in die Länge gezogenen Ballons: sie sind bauschig und werden vom Ellenbogen an enger ([Abbild. 293] und [294]).

Abb. 290. Trompeten aus menschlichen Röhrenknochen.

Sie werden gebraucht, um die Dämonen herbeizurufen oder auch auszutreiben.

Der Lama rasiert sich den Kopf; die Laien haben nur einen Teil des Kopfes rasiert und tragen im übrigen einen kurzen Zopf. Die Frauen teilen ihre Haare in zwei Büschel, schmieren sie mit Leim ein und lassen sie in Form von zwei flachen, bandartigen Locken auf die Brust und bis auf die Taille herabhängen. In den Ohren tragen sie massiven Schmuck mit mannigfachen Anhängern, an den Armen und Händen Armbänder und Ringe und am Halse Korallen und Glasperlen. Mit diesem Schmuck wird geradezu Verschwendung getrieben, denn man trifft sogar bei Frauen aus ärmeren Klassen solchen im Werte von sechshundert bis achthundert Mark an; die Familien pflegen ihre ganzen Ersparnisse beiseite zu legen, nur um einen kostbaren Schmuck zu ermöglichen. Die Kopfbedeckung ist bei Männern und Frauen die gleiche: eine konische Mütze mit breitem, aufwärts gebogenem Rande, der außen mit Fellbesatz oder Plüsch ([Abb. 291]) eingefaßt ist; hinten fallen von dieser Mütze zwei karmoisinrote ungefähr fünfundvierzig Zentimeter lange Bänder herab.

Phot. G. C. Binstead.

Abb. 291. Unverheiratetes mongolisches Mädchen,

deren Tracht sich von der der Verheirateten durch die Haarfrisur (ein Schwänzchen an Stelle der mächtigen Haartuffen) unterscheidet.