Kunstverlag Karl Vincenti.
Abb. 427. Wadschaggamädchen.
Die Leiche wird für gewöhnlich gewaschen, in einen Lamba gekleidet und in einen ausgehöhlten Baumstamm gelegt, den ein oft dachförmiger Deckel schließt. Dieser ist häufig mit Schnitzereien verziert; bei den Tanala trägt er, wenn es sich um einen regierenden Häuptling handelt, zwei halbmondförmig gekrümmte Hörner. Die östlichen Stämme stellen den Sarg entweder einfach auf die Erde oder auf ein Gerüst inmitten von Palisaden, die mit Blättern überdacht werden. Die Antankarana setzen ihn in natürlichen Grotten des Kalksteingebirges bei, die übrigen Inselbewohner begraben ihn in der Erde. Vielfach wird der Sarg noch mit einem Steinhaufen zugedeckt. Manche Sakalavenfamilien umgeben die Gräber mit Pfosten, auf denen sich Schnitzereien in Form von Menschen, Krokodilen, Vögeln und so weiter befinden. Die Merina graben gewöhnlich eine Totenkammer, über der sie für Adlige ein kleines Haus erbauen. Bei den Hova wird eine kleine rechtwinklige Mauer errichtet, in der man Steine anhäuft; die Winkel werden mit besonders großen Steinen versehen.
Phot. Underwood & Underwood.
Abb. 428. Zeremonialtracht der Watatura,
eines Bantustammes, der in Tracht und Bewaffnung die Masai nachahmt. Ihre Kleidung besteht hauptsächlich aus Colobusfellen, ihr Schmuck aus Straußenfedern.
Aus „Kolonie und Heimat.“