Abb. 430. Tapfere Krieger bringen den Schädel eines erlegten Flußpferdes vor den König.

Zum Zeichen ihres Sieges über das Tier, das viele Opfer an Menschen gefordert hat, haben sie sich die Köpfe mit Bananenblättern geschmückt.

Ostafrika.

Das große Gebiet südlich von Abessinien und dem Golf von Aden bis herab zum Nyassasee, beziehungsweise dem Unterlauf des Zambesi bezeichnen wir als Ostafrika. Es bildet ein ebenso interessantes und vielleicht noch bunteres Völkergemisch als Südafrika. In seinen Teilen südlich vom Gleicher, ganz allgemein gesagt, herrschen die schon von Südafrika her bekannten Bantustämme vor, wenngleich hier bereits verschiedentlich vom Osthorn her andere Rassenelemente zugewandert sind, die Hamiten heißen. Zu letzteren gehören die Wahima, Kavirondo (oder Wagaia), Masai, Wandorobbo ([Abb. 425]) und Watatura ([Abb. 428]) im sogenannten Zwischenseengebiet. In Deutsch-Ostafrika sind die bekanntesten Bantustämme die Wanyamwesi, Waschambala, Wanguru, Wakami, Kirundi, Waganda, Wasoga, Wakikuyu, Wakamba, Wadigo, Wagogo, Wanyuturu, Wadschagga ([Abb. 427]), Wapare, Warangi, Wahehe, Wabena, Wapoto und andere mehr. Längs der ganzen Küste haben sich im Lauf der beiden letzten Jahrtausende zahlreiche Araber, Inder und Perser auf die altangesessene Bantuschicht aufgelagert und durch Vermischung mit ihr ein ziemlich homogenes neues Volk entstehen lassen, die Suaheli ([Abb. 426]). — In den nördlichen Gebieten Ostafrikas (Somalland) dagegen sitzen Stämme hamitischer und semitischer Zugehörigkeit, mit denen wir uns an anderer Stelle beschäftigen werden. Hier wollen wir uns darauf beschränken, nur zu erwähnen, daß sich ihr Typus vollständig von dem der Bantuneger unterscheidet. Wo beide Rassenelemente aufeinander gestoßen sind, wie in den nördlichen Teilen Ostafrikas, da haben natürlich vielfach mehr oder minder starke Kreuzungen zwischen ihnen stattgefunden. Ebenso sind die Bantu mehrfach Vermischungen mit den zwischen sie versprengten Zwergvölkern eingegangen.

Die übliche Wirtschaftsform der ostafrikanischen Bantu ist der Ackerbau, nebenbei auch vielfach die Viehzucht. Die mit hamitischen Elementen gekreuzten Bantu bevorzugen die letztere. Auch Jagd wird von den meisten ostafrikanischen Stämmen eifrig betrieben ([Abb. 430]).

Die Wohnungen der ostafrikanischen Bevölkerung sind teils Kegeldachhütten, teils Temben. Vor der Besitznahme des Landes suchten sich die übermütigen Sultane durch Palisadenfesten zu schützen (siehe die [Kunstbeilage]).

Phot. A. C. Hollis.

Abb. 431. Kavirondofrau mit einer Fischfalle.

Man errichtet im Flusse in spitzem Winkel zueinander zwei kleine Steinmauern, zwischen denen das Korbnetz ausgelegt wird.