Dieselben Ursachen, die dazu beigetragen haben, daß man in Ostafrika so vielen und verschiedenen Mischtypen begegnet, wie Wanderungen, Aufnahme von Kriegsgefangenen in den Stamm, Sklavenraub, Ausübung der Exogamie, Zuflucht bei fremden Stämmen bei Eintritt einer Hungersnot und Dürre oder bei Bedrängung von seiten vorrückender Stämme und anderes mehr, haben auch dazu geführt, daß die verschiedenen alten Gebräuche und Sitten der einzelnen Völker sich ebenfalls miteinander vermischten, so daß es vielfach ein Ding der Unmöglichkeit ist, zu entscheiden, ob ein bestimmter Brauch bei dem einzelnen Stamm heimisch ist oder zu ihm eingeführt wurde. Im großen und ganzen können wir wohl sagen, daß, soweit die Bantu in Betracht kommen, bei den ostafrikanischen Stämmen die Sitten und Gebräuche so ziemlich dieselben sind, wie wir sie oben bereits in dem Abschnitt Südafrika schilderten. Daher beschränken wir uns an dieser Stelle auf die Wiedergabe einiger Eigenheiten.

Phot. A. C. Hollis.

Abb. 432. Kavirondofrauen auf dem Wege zum Markt.

Verheiratete Frauen, wie zum Beispiel die links dargestellte, tragen einen schmalen Gürtel mit einer hinten herabhängenden Quaste; ältere Frauen tragen eine schwanzähnliche kurze Schürze am Gürtel.

Aus „Kolonie und Heimat“.

Abb. 433. Neger bei der Herstellung von Rindenstoff.

Phot. A. C. Hollis.