Abb. 436. Eine Kikuyufrau mit ihrem Kinde.
Auf dem Rücken trägt sie eine schwere Last Holz an einem über die Stirn laufenden Tragband.
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GRÖSSERES BILD
Zur Verschönerung des Körpers wird er mit Ziernarben bedeckt oder mit Farbe (Ocker oder weißem Ton) angemalt ([Abb. 444]), entweder ganz oder nur einzelne Teile, zum Beispiel bei den Waganda die Beine; auch werden die Zähne teilweise ausgeschlagen, sowie allerhand Gegenstände in die durchbohrten und manchmal mächtig erweiterten Ohrläppchen ([Abb. 446], [447] und [449]), Nasenflügel und Lippen ([Abb. 445]) eingefügt. Die Wagogo tragen wohl die größten Ohrpflöcke; die Wagaia stecken durch das Bohrloch des Ohres dünne Rindenholzstückchen, die mit eingebrannten Strich- und Kreismustern verziert sind und überdies an ihren Enden häufig noch ein Federbüschelchen aufweisen; die Masai hängen sich mächtige Spiralscheiben ([Abb. 448]) mittels kleiner Riemchen an die Ohren und so weiter. Das Drolligste an Lippenschmuck bieten jedoch die Sarafrauen, die sich die Lippen durchbohren und diese Öffnung durch stetes Einstecken immer größer werdender Holzscheiben derart erweitern, daß ihre Lippen, mit diesem Zierat ausgestattet, wie ein Schnabel vorstehen ([Abb. 451]) und sie am Essen, Trinken und Sprechen ziemlich behindern. An sonstigem Schmuck sind sehr beliebt und allenthalben in Ostafrika verbreitet eiserne oder messingene Ringe, die um Arme und Beine und um den Hals getragen werden, manchmal einer über dem anderen (Spiralen) bis zu ganz anständigem Gewicht ([Abb. 453]). Besonders die Masai sind große Verehrer solchen „gewichtigen“ Schmuckes ([Abb. 450]); ihre Krieger tragen sogar ganze Kragen aus Eisendraht.
Phot. A. C. Hollis.
Abb. 437. Vornehme Mohammedanerinnen machen unter einem Schleierzelt einen Gang durch die Stadt (Lamu).
Aus: S. A. Elena di Francia, Duchessa d’Aosta, Viaggi in Africa.
Negerfrauen aus Ostafrika, die in Flaschenkürbissen Bier auf dem Kopfe tragen.