Phot. C. G. Seligmann.
Abb. 76. Die Nae Yaku-Zeremonie.
Der Bruder des Verstorbenen wird besessen, der Geist heißt durch ihn die dargebrachten Opfer der Verwandten gut und verspricht ihnen guten Erfolg auf der Jagd.
Die Körperbedeckung der Wedda ist eine sehr geringe; sie besteht nur in einem Hüftentuch oder einem Schurz aus grünen Zweigen; früher gingen sie gänzlich nackt. — Schmuck fehlt ihnen ganz und gar.
Die soziale Einheit der Wedda ist die Familie; über sie hinaus kommt es nur noch zur Horde, aber innerhalb dieser herrscht nur ein lockerer Zusammenhang, zumal es in ihr auch an einem Häuptling fehlt. Die älteren Männer scheinen eine Art Einfluß auszuüben, dem sich die übrigen unterordnen. Eine Gruppe von nahen Verwandten besitzt ihr bestimmtes Gebiet, in dem sie sich allein das Recht anmaßt, zu jagen und Honig einzusammeln.
Die Wedda leben von der Jagd (auf Büffel, Hirsch, wilden Schwan, Affen, Vögel) und dem Einsammeln der Dschungelprodukte (Honig, Früchte und Wurzeln). Ihre Waffen bestanden ursprünglich nur in Bogen und Holzpfeilen, heutigentags verfügen sie auch noch über eiserne Pfeilspitzen und Äxte. Pfeile und Äxte sind die einzigen Metallwerkzeuge, die ihnen bekannt sind und von ihnen mit großer Geschicklichkeit gehandhabt werden. Sie hausen zur kälteren Jahreszeit in Felshöhlen oder unter Felsenschlupfen ([Abb. 78]), zur wärmeren hinter Windschirmen oder ganz im Freien. Einige Weddafamilien betreiben auch etwas Ackerbau, insofern sie Mais oder Kurakhan, Samen einer Eleusineart, in die Erde stecken, und die Ernte verzehren, wenn Wild oder Honig, ihre beiden Hauptnahrungsmittel, knapp werden.
Phot. C. G. Seligmann.
Abb. 77. Die Nae Yaku-Zeremonie.
Nach der Besänftigung der Geister des jüngst verstorbenen Toten durch Opfergaben werden die dargebrachten Speisen unter die Leute verteilt.