Phot. Wiele & Klein.
Abb. 111. Tiyanweib von Malabar.
Die Frauen dieses Stammes tragen den Oberkörper unbedeckt. Der Schmuck der erweiterten Ohrläppchen besteht in Metallscheiben oder zusammengerollten Palmblättern. Am Halsband sitzt ein Tali (Eheabzeichen).
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GRÖSSERES BILD
Phot. E. Thurston.
Abb. 112. Vadagottheiten aus Ton,
die vor Antritt eines Fischzuges oder bei einer Krankheit angebetet werden, sowie Holzbilder von Vorfahren.
Um die Dorfgottheiten zu versöhnen und die Angriffe böser Geister abzuwenden, werden ihnen fast allgemein jährlich große Opfer dargebracht ([Abbild. 118]), bei denen Büffel, Schafe, Ziegen, Schweine und Geflügel ([Abb. 119]), oft genug zu Tausenden, so daß das Blut geradezu in Strömen hinter dem Opferplatz fließt und ganze Karren Sand herbeigeschafft werden, um die Lachen zuzuschütten, ihr Leben lassen müssen. Die Köpfe der geopferten Tiere werden zu einem etwa vier Meter hohen Haufen aufgetürmt; obendrauf wird eine Schüssel mit Öl und einem dicken baumwollenen Docht gestellt und das Ganze angezündet. Das Schlachten der Tiere dauert den ganzen Tag bis gegen Mitternacht; sie werden von den Priestern geköpft und auf die großen Reisberge geworfen, die man den Göttern dargebracht hat, so daß der Reis von ihrem Blut vollständig durchtränkt wird. Dabei spielen sich oft genug widerwärtige Szenen ab, bei denen die Tiere vielfach gequält werden. Unter anderem werden die Opfertiere bei lebendigem Leibe aufgespießt und so auf einer Karre durch das Dorf gefahren, den Schweinen wird Reis, der mit ihrem eigenen Blut getränkt ist, zu fressen gegeben und anderes mehr. Eine ganz sonderbare Verwendung findet das Blut der geschlachteten Tiere bei den Pudukkottai tāluk des Trichinopollidistriktes; man taucht Tücher in dieses ein und hängt sie an den Dachrinnen der Häuser auf, um das Vieh dadurch vor Krankheit zu schützen.