Phot. H. M. Bray.

Abb. 113. Hindugötterschreine,

wie man sie an Wegen zu errichten pflegt, damit die Vorbeigehenden und die Dorfbewohner die in ihnen aufgestellten Götterbilder anbeten können.

Phot. V. Arumynayagam.

Abb. 114. Kolossalstatue einer Dorfgottheit mit ihrem Wärter aus dem Tamillande.


GRÖSSERES BILD

Bei einem Fest, Mayāna oder Smasāna kollai (Beraubung des Begräbnisplatzes) genannt, das die Sembadawan, eine Fischerkaste, im Tamillande zu Ehren der Ankalamma feiern, trägt eine Person, die entsprechend aufgeputzt diese Göttin darstellen soll, auf den Armen ein Brett mit den sauber gewaschenen Eingeweiden eines Schafes ([Abb. 117]) und hält einen Teil von ihnen im Munde, so lange, bis die Prozession, die das Bildnis der Göttin zum Dorfaltar geleitet, zurückgekehrt ist. Dicht bei der Stelle, wo man die Leichen zu verbrennen pflegt, häufen die Priester sodann an fünf Stellen die Asche einer Leiche kegelförmig auf; diese Haufen sollen den Elefantengott Ganesha darstellen, dem Opfergaben aus Getreide, Betel, Spangen und so weiter in großen Mengen dargebracht werden. Das versammelte Volk fällt über die Haufen her und schleppt mit sich fort, was es nur mitnehmen kann. Man sagt, daß Hunderte von Personen dabei in Verzückung geraten, die Asche der Leichen essen und jedweden Knochenrest, dessen sie nur habhaft werden können, anbeißen. Die Asche der Leichen wird nämlich sehr geschätzt, da man glaubt, daß sie böse Geister fernzuhalten und unfruchtbaren Frauen Nachkommenschaft zu sichern vermag.

Phot. Wiele & Klein.