Abb. 126. Kolossalbildnis des heiligen Bullen Nandi
in einem Schrein, der von geschnitzten Pfeilern getragen wird.
Bestimmte Zeremonien knüpfen sich an mancherlei andere Einführungen. Bei den Telugu Mādiga werden gewisse Frauen der Göttin geweiht und dadurch sogenannte Matangi. Bei dieser Zeremonie wird ein farbiges Muster auf den Hof des Hauses gezeichnet, an dessen Ecken und in dessen Mitte Töpfe aufgestellt werden, wie bei einer Hochzeit. Die Kandidatin sitzt, in ein weißes Gewand gekleidet, dicht bei dem mittleren Topf und erhält auf den Kopf einen Bambuskorb gestellt, der auch einen Topf mit dem Bild der Fußeindrücke der Göttin, einem irdenen oder hölzernen Behälter, einer eisernen Lampe und einem Rohr enthält. Der amtierende Priester bindet ihr darauf ein Bottu, ein Heiratsabzeichen, im Namen der Göttin um den Hals. Dieser Korb, dessen Inhalt die Abzeichen einer Matangi ausmacht, darf niemals auf die Erde gestellt werden, sondern wird, falls sie dieselben nicht benutzt, im Hause aufgehängt oder in eine Wandnische gestellt. Bei den Dorffestlichkeiten der Madiga beschimpft und bespeit die Frau, die als eine Verkörperung der Göttin Mātangi angesehen wird, die Versammelten; diese fassen dies nicht etwa als Beleidigung auf, sondern meinen im Gegenteil, daß ihr Speichel alle Verunreinigung wegnimmt.
Phot. Wiele & Klein.
Abb. 127. Tempelelefant, dessen Gesicht, Ohren, Rücken und Rumpf mit religiösen Symbolen bemalt sind,
darunter auch mit dem Zeichen der Vaishnavasekte am Vorderhaupt. Einige Elefanten sind dahin abgerichtet, durch Hochheben des Rüssels und lautes Trompeten zu grüßen.
Phot. Wiele & Klein.
Abb. 128. Ein Tempelwagen zu Mylapore,