der bei festlichen Gelegenheiten von Kulis an Stricken durch die Straßen gezogen wird. Er ist in wunderbarer Weise mit geschnitzten mythologischen Figuren und anderen Sinnbildern, sowie mit Schirmen, Flaggen und sonstigem Zierat geschmückt.
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GRÖSSERES BILD
Soll ein Korawamädchen in den Beruf des Wahrsagens ([Abb. 140]) eingeführt werden, so verbindet man ihm die Augen und verabreicht ihm mindestens dreimal einen ganzen Mund voll von einer Mischung, die aus unreifem Getreide und dem Blute eines schwarzen Huhnes, einer ebensolchen Ziege und eines Schweines besteht. Stellt sich bei der Einzuführenden dabei kein Erbrechen ein, dann wird dies als ein günstiges Zeichen angesehen, daß sie eine gute Wahrsagerin werden wird. Schwarze Tiere stehen in dem Ansehen einer guten Vorbedeutung. — Soll ein Neuling in die Brüderschaft der Donga (Dieberei treibenden) Dāsari aufgenommen werden, so führt man ihn an das Flußufer, wo er ein Ölbad erhält und mit einem neuen Tuche bekleidet wird. Darauf wird mit dem glühenden Zweige eines heiligen Baumes seine Zunge angebrannt. Nunmehr ist es ihm gestattet an einem Festgelage der Männer dieser Kaste teilzunehmen. Die Mitglieder der Dandāsikaste, deren überlieferter Beruf ebenfalls in Dieberei besteht, vollziehen eine eigentümliche Einführungsfeier an einem Neugeborenen. Das Oberhaupt der Sekte schiebt das erst mehrere Tage alte Kind dreimal durch das Loch einer Mauer oder unter der Türschwelle hindurch, wo es Familienangehörige in Empfang nehmen, mit den Worten: „Tritt ein, Kind, tritt ein; mögest du deinen Vater übertreffen!“
Phot. Wiele & Klein.
Abb. 129. Ein Hindutempelpriester wird in einem heiligen Wagen durch die Straßen von Kumbakonam getragen.
Am rechten Oberarm trägt er das Abzeichen seiner Sekte, um den Hals einen Perlenrosenkranz.
Phot. Wiele & Klein.
Abb. 130. Hinduprozession zu Kumbakonam mit Elefanten, die auf der Stirn das Sektenabzeichen aufweisen, und mit Kamelen.