Phot. Vividhakala Mandir.

Abb. 176. Ein mohammedanischer Fakir.

Die Gurzmarfakire tragen einen kurzen eisernen Bolzen mit Ketten, die sie beim Betteln rasseln lassen.

Eine weitere große religiöse Macht in Indien ist der Islam, der in der Theorie der Lehre Mohammeds in anderen Weltgegenden gleicht, aber in der Praxis in Indien unter dem Volke stark mit hindostanischen Gebräuchen durchsetzt erscheint.

Phot. The S. P. G.

Abb. 177. Ein Hindubüßer

mit sehr langem Haar, das er sich noch niemals schneiden ließ.

Als letzter religiöser Gruppe müssen wir noch der Parsen Erwähnung tun, einer kleinen Schar — sie zählen höchstens neunzigtausend Seelen — von Anhängern der alten Lehre Zoroasters, die nach der Zerstörung des Perserreiches durch die Sassaniden nach Indien flüchteten und es hier dank ihrer auffälligen Befähigung und großen Energie zu einer wichtigen Gemeinde mit führendem Einflusse gebracht haben. Sie sind ihrem alten Glauben bis in die jüngsten Tage treu geblieben und daher noch Feueranbeter ([Abb. 183]), besitzen auch ihre eigenen Bräuche, obgleich sie sich in mancher Hinsicht auch schon den sie umgebenden Einflüssen angepaßt haben.