Dann wird die Sichel und der Pflug in deiner Hand so leicht; dann singest du beim Wasserkrug, als wär' dir Wein gereicht. Dem Bösewicht wird alles schwer, er tue, was er tu'. Der Teufel treibt ihn hin und her und läßt ihm keine Ruh'. Der schöne Frühling lacht ihm nicht; ihm lacht kein Ährenfeld; er ist auf Lug und Trug erpicht und wünscht sich nichts als Geld. Der Wind im Hain, das Laub am Baum saust ihm Entsetzen zu. Er findet nach des Lebens Traum im Grabe keine Ruh'. Sohn, übe Treu' und Redlichkeit bis an dein kühles Grab und weiche keinen Finger breit von Gottes Wegen ab! Dann suchen Enkel deine Gruft und weinen Tränen drauf, und Sonnenblumen, voll von Duft, Blühn aus den Tränen auf.

Hölty.


[Der getreue Eckart.]

„O wären wir weiter, o wär' ich zu Haus! Sie kommen, da kommt schon der nächtliche Graus; sie sind's, die unholdigen Schwestern. Sie streifen heran und sie finden uns hier, sie trinken das mühsam geholte, das Bier, und lassen nur leer uns die Krüge.“

So sprechen die Kinder und drücken sich schnell; da zeigt sich vor ihnen ein alter Gesell: „Nur stille, Kind! Kinderlein, stille! Die Hulden, sie kommen von durstiger Jagd, und laßt ihr sie trinken, wie's jeder behagt, dann sind sie euch hold, die Unholden.“

Gesagt, so geschehn! Und da naht sich der Graus und siehet so grau und so schattenhaft aus, doch schlürft es und schlampft es aufs beste. Das Bier ist verschwunden, die Krüge sind leer; Nun saust es und braust es, das wütige Heer, ins weite Getal und Gebirge.

Die Kinderlein ängstlich gen Hause so schnell, gesellt sich zu ihnen der fromme Gesell: „Ihr Püppchen, nur seid mir nicht traurig!“ — „Wir kriegen nun Schelten und Streich' bis aufs Blut!“ — „Nein keineswegs, alles geht herrlich und gut, nur schweiget und horchet wie Mäuslein!