[49] Wörtlich: sackfinster. L.
[50] Die Esten unterscheiden zwischen wanad jõulud alte Weihnacht und uued jõulud neue Weihnacht. Die letzteren sind identisch mit Neujahr, so daß in vorchristlicher Zeit das estnische Jahr um Weihnacht begonnen haben muß, wie in Skandinavien und Deutschland. Die Benennung jõulud kommt dem nord. Julfest zu nahe, als daß man den Zusammenhang beider Namen bezweifeln könnte. (Vgl. Boecler-Kreutzwald der Ehsten abergl. Gebr. S. 92 u. 93. Rußwurm Eibofolke § 340). Uebrigens ist in diesem Märchen, wie in manchen andern der Sammlung eine gewisse Sympathie für die heidnischen Erinnerungen noch nicht erloschen — ein Bestreben, die heidnischen Anschauungen gegenüber dem Christenthum noch nicht ganz fallen zu lassen. Der estnische Landmesser J. Lagus in Walk, dem wir die Aufnahme alt-estnischer Gebets- und Zauberformeln verdanken, erhielt (1849) über den »Versöhnungsglauben oder Taaradienst« folgende Auskunft: Der Versöhnungsglauben oder Taaradienst war vor dem Mönchsglauben, und zu des Mönchsglauben Zeit ward in den Kirchen in lateinischer Sprache gelesen und die Mönche fürchteten des Versöhnungsglaubens Zauberer (Weise) sehr, welche die alten Gebete und Opferworte verstanden. Vgl. Kreutzwald und Neus, myth. und mag. Lieder der Ehsten S. 11 u. 12. L.
[51] Am Jõulofeste, das zugleich ein Todtenfest, mußte die größte Ruhe und Stille beobachtet werden, während im Gegensatze dazu am Sommerfest um Johannis Alles seine Freude laut äußerte. S. Kreutzwald-Boecler S. 86 u. 87. Vgl. Kreutzwald und Neus myth. und mag. Lieder der Ehsten S. 61. L.
[52] S. Anm. zu Bd. 1, S. 178.
[53] Vgl. Boecler-Kreutzwald der Ehsten abergl. Gebr., S. 128. L.
[54] Man sieht, daß hier selbst der Böse — Moral predigt! L.
[55] S. Anm. zu Bd. 1, S. 67. L.
[56] »Der altestnische Bauerschuh (pastal oder passel) besteht aus einem einzigen länglichen viereckigen Stück Pferde- oder Rindsleder von hellgelber Farbe. Vorn wird er spitz zusammengenäht. Der ganze Rand ist mit geschnittenen Löchern versehen, durch welche eine lange Schnur läuft, die den ganzen Schuh wie einen Beutel zusammenzieht. So bleibt nur das Fußblatt unbedeckt. Die Schnur kreuzt sich auf dem Schienbein und wird zwischen Wade und Knie befestigt, indem sie so zugleich als Strumpfband dient.« Bertram, Wagien. S. 74. Der russische Bauerschuh ist aus dem Bast der jungen Birke geflochten. L.
[57] Linnu-pete Vogelbetrug, ein Frühstück, das man aus Aberglauben im Frühling vor dem Ausgehen genießt, um nicht nüchtern den Kuckuck hören zu müssen, weil man sonst taub wird oder in dem Jahre stirbt. Wiedemann estnisch-deutsches Wörterb. u. d. u. Boecler-Kreutzwald S. 85 vgl. mit S. 140 und mit der Anm. zu Kalewipoeg XI, 14. deutsche Ausg. Dorpat, 1861. L.
[58] Vgl. die Anm. Bd. 1, S. 84. L.