Darauf kommt bald der kurze Entscheid an den Superintendenten zu Zwickau, d. d. 15. Dezember 1815:

»Friedrich August usw. Uns ist geziemend vorgetragen worden, in welcher Weise Carl Friedrich Epperlein und Consorten zu Lauter auf Abänderung des wegen der Christmetten unter dem 16. Juni d. J. an euch ergangen. Wir lassen es jedoch bei dem obenerwähnten Reskripte bewenden.«

Nun – trotz aller Einschränkungen – die Metten blühen noch heut in einzelnen Orten. Man lese in Oskar Seyferts »Dorf und Stadt« die entzückende Schilderung einer solchen Mettenfahrt. Auch Dr. Alfred Müller hat an einem Mettengottesdienst in Steinbach, Bez. Annaberg, teilgenommen und schildert seine Eindrücke in einem sehr ansprechenden Aufsatz »Eine Mettenfahrt« (Glückauf 1900, Seite 2.)

Nach John[9] ist in vielen Orten (Neudorf, Tannenberg, Thum, Wolkenstein, Bärenstein, Schlettau) das Turmsingen üblich. Auch in Schneeberg wird schon früh 4 Uhr vom mächtigen Turm der hochgelegenen Kirche gesungen, wobei die Reihenfolge und Auswahl der Stücke jedes Jahr ein und dieselbe ist.

1. Herr wir singen dir zur Ehre (Melodie: Wachet auf, ruft uns).

2. »Das Ehre«, ein achtstimmiger Chor auf den Text »Ehre sei Gott in der Höhe.«

3. »Das Glückauf!« ein uraltes Bergmannslied von dem Stadtältesten Biel komponiert.

4. Chor: Laut verkündet die Trompete und die Pauke rollt es dir.

5. Choral: Preiset ihn durch Jubellieder (Str. 2 von »Herr, wir singen dir zur Ehre«.)