Auf sperren sie den Rachen weit
und wollen uns verschlingen.
Lob und Dank sei Gott alle Zeit,
es wird ihn'n nicht gelingen.
Er wird ihren Strick zerreißen gar
und stürzen ihre falsche Lahr,
sie werdens Gott nicht wehren.

Nun tritt der Diener wieder ein und spricht:

Ich hab gekämpft und wollt obsiegen gar,
nun aber muß ich schamrot werden ganz und gar;
ich suchte wohl, fand aber nichts,
nach dem sich tät mein Mut erreichen.
Mit Rach und Tyrannei ist nichts getan,
Das muß ich jetzt bezeugen.
Ich hätte gern vollführt, was mir vom König ward bestellt,
nun aber ist mir erst der ganze Sinn und Mut gefällt;
Drum leg ich nieder Wehr und Waffen
und hab mit der Gerechten Blut nichts mehr zu schaffen.

Die nächste Szene haben wir uns in Ägypten zu denken. Der Engel verkündet dem Joseph, daß die Feinde gestorben sein. Da spricht Joseph:

Höre, Maria, wir sollen schnell und behend,
reisen wieder nach Bethlehem,
Gott wird uns erhalten bis an unser End.

Nun singt die ganze Engelschar eine »Arie«, die so beginnt:

Was wird mir mein herzliebes Jesulein geben?
Himmlisches Leben!

Der Sternenengel beschließt das Spiel mit den Worten:

Nun, lieben Freunde insgemein,
nun haben Sie vernommen fein
und ohne Zweifel frei genommen,
wie es mit dem Kindlein sei gekommen,
daß es mußt gleich nach seiner Geburt
fortziehen an einen fremden Ort,
und wie Herodes falsche List
hernach zu nichte worden ist,
und wie die Weisen aus Morgenland
ihm groß Geschenk verehret haben.
Der Fried des Herrn sei mit euch,
einen guten Abend haben Sie allzugleich,
dazu ein fröhlich neues Jahr;
Gott helf, daß es uns allen widerfahr,
Gott helf, daß er nach dieser Zeit
uns bringe zu der Ewigkeit.

Der Vers: »Heut schleußt er wieder auf die Tür« beschließt auch das Cranzahler Spiel.