O weicht! o weicht! alles Unglück auf mich herabbricht,
und da ich saß auf meinem Thron
ein süßer Schlaf der kam mir án (on)
kaum tat ich meine Augen zu
da kam ein Löw in meine Ruh
und stürzte mich in meinem Tron
und riß die Kron von meinem Haupt herab.
Mein ganz Gemüte in mir ergrimmt,
daß mir faßt das Herz im Leib zerspringt;
dieweil ich nunmehr sehe an
daß mich die Weisen betrogen han.
Auf Kriegsknecht! rüste dich
hau und brenne, tödt und stich
und laß dein Schwert den Kindern blutig wetzen
und thu mir nicht ein einzigs auf die Seite setzen!
Wirst du das thun –
so wird meine Krone auf festem Grunde ruhn!
Kriegsknecht.
Ganz gehorsam, ihr Könige Majestät –
was sie mir anbefohlen haben, soll alsbald ins Werk gerichtet werden.
Denn weil er mirs hat anbefohlen, so will ich auch kein Kind verschonen.
Ei! so will ich hinaus, will ziehen meinen Säbel heraus,
will durchgehn durch das ganze jüdische Land
will alle Knaben von 1, 2 bis Jahren.
Was drunter ist soll keins am Leben bleiben,
und wenn die Eltern täten Blut weinen.
Die ganze Schaar, 13 an der Zahl, singen:
Wenn wir in höchsten Nöten seyn
und wissen nicht, wo aus noch ein etc.
Kriegsknecht.
Ei, ei, wie hat mein Schwert geschnitten,
es half kein Flehen, es half kein Bitten,
viel tausend Mann hab ich erschlagen –
trotz dem, der mir ein Wort kann sagen!
Die kleinen Kinder schrien erbärmlich,
bei mir aber war ganz und gar kein Verschonen nich[t],
nun hab ich abermals ihre Könige Majestät Willen vollbracht,
daß sie nicht Ursache haben über mich zu klagen
ich bin so tyrannisch mit ihn[en] umgegangen,
es ist mir gewesen, als wenn [ich] nichts hab ermachen können! [als wenn ichs nicht hätt machen können!]
König Herodes.
Recht, so, nichts daran gelogen –
List muß wieder mit List belohnt werden.
Der Anfang ist gemacht, wer mir wird widerstehen,
der soll alsbald mit Schrecken untergehen,
allein die Juden mögen mich lassen,
sie müssen doch in Furcht die Macht sich dämpfen lassen.
Mein Mut und Kampf ist mir von Jugend auf erhitzet und läßt auch noch nicht nach.
Mein ist der Ruhm, mein ist die Ehr,
nun fürcht sich kein Herodes mehr!