Auf, auf, Joseph, und säum dich nicht,
Weil ietzt vorgeth ein schwer gericht.
Herodes wüthet wie ein Hund:
Er will ausrotten diese Stundt
Die Kinder so in Unschuld sein –
Es soll auch treffen dein Kindelein.
Drum zeigt dir Gott den unterricht,
Drum auf, Joseph, und säume nicht!
Joseph spricht zu Maria:
Maria, mein vertrautes Weib,
Hör an was mir Gott anzeigt!
Steh auf, begleite deinen Leib,
Ein Groß Unglück sich erreigt:
Herodes will, die Kindelein
Alsbald müssen getötet sein.
Auf, auf! Hier ist kein Bleibens mehr,
Der Engel Schutz ist um uns her.
Maria steth auf und spricht:
Weil uns Gott dies zeiget an,
Das wir uns machen auf die bahn,
So wollen wir fliehen in Egiptenland!
Gott wird uns schon leisten sein Beistand,
Das wir alda sicher sein
Mit unsern lieben Kindelein.
Der eine Hirte stößt in das Horn und die ganze Cumun fängt an zu singen:
Die Hirten auf den Felde warn,
Erfahren neue Mähre
Von der Englischen Schaar,
Das Christus geboren wäre,
Ein König über alle Könige Groß;
Herodes die rede gar sehr verdroß,
Aussand er seine Bothen.
Ey wie gar eine falsche list
Ertacht er wieder an Jesum Christ!
Die Kindelein lies er töden.
Der König Herodes spricht ganz traurich:
Gardeson, gieb guten Rath!
Ich mögt vor angst fliehen aus der Stadt,
Da ichs verstehe und sehs auch an,
Das mich die Weisen betrogen han!
Was üben wir vor eine that? –
Gardeson gieb guten Rath!