Gesang: Vom Himmel hoch.
Alte Fassung.
Hohenpriester.
Einen schönen guten Abend zu dieser heiligen Zeit,
ein frohes Jahr, gesunden Leib
Und was Ihr Herz tut mehr begehren,
Das wünsch ich Euch, großgünstge Herrn,
weil sich die Zeit jetzt tut herwenden,
der Weisen Freude zu gedenken,
so wollen wir etwas diskurieren,
von der Geburt Jesu, unsres Herrn,
und wie sie hat geführt der Stern.
(Geht ab.)
Neue Fassung.
Hohenpriester.
Nun ist das schönste Fest auf Erden,
Das heilge Christfest wieder da.
Wie soll an diesem Fest der Herr gepriesen werden,
der, als er einer Welt voll Sünder elend sah,
vor Mitleid gegen sie so inniglich entbrannte,
daß er – was ihm das Teuerste und Liebste war, –
selbst seinen Sohn, den eingebornen an sie wandte
und ihn, – doch wer erstaunt hier nicht sogar? –
vom Throne seiner Herrlichkeit ins Tal der Tränen sandte,
wo die Maria ihn gebar,
gebar in einem finstern Stalle,
wo nichts von Herrlichkeit an ihm zu sehen war.
Hier lag er nun zur Rettung für uns alle,
uns zu erretten von dem Sündenfalle,
der leider uns die Gnade Gottes nahm.
Ein Engel, der vom Himmel kann,
rief: »Ich verkündige euch große Freude,
die allem Volke widerfahren soll,
denn heute ist der Heiland euch geboren,
der euch das wiederbringt, was ihr verloren.«
Freut euch, Erwachsene, auch nicht minder
ihr guten, ihm so teuren Kinder,
freut sämtlich euch, daß er des Himmels Paradies
eröffnet und uns Sünder nicht verloren ließ.
Dankt ihm vereint, verherrlicht seinen Namen
und sucht schon früh sei Beispiel nachzuahmen!
Nehmt seine Lehre an, die er von Gott gebracht!
Befolgt sie gern, befolgt sie Tag und Nacht,
so habt ihr euer Glück dann ganz gewiß gemacht,
so seid ihr selig hier, und schließt ihr euer Leben,
so wird der Heiland euch dort seinen Himmel geben.
(Geht ab.)
In beiden Fassungen.