Dann lebte die Puppe lange Zeit in dem Ort. Nachdem ihre Pflegeeltern gestorben waren, wurde sie von anderen Leuten aufgenommen und lebte so durch viele Generationen, bis sie schließlich selbst starb. Von ihr lernten die Leute den Gebrauch von Kleidermasken, und seit ihrem Tod haben die Eltern die Gewohnheit, ihren Kindern Puppen zu machen, nach dem Vorbild der Leute, die diese, von der ich erzählt habe, angefertigt hatten.
[Von Einem, der nichts finden konnte]
Es war einmal ein kleiner häßlicher junger Mann, der niemals das finden konnte, was er ausfindig machen wollte. Sooft er mit einem Schlitten nach Holz ging, kam er ohne solches zurück, denn es gelang ihm nie, etwas zu finden, nicht das kleinste Stückchen. Dann ging er in sein Haus und setzte sich auf seinen Platz beim Eingang, und wenn er da saß, blieb er lange Zeit ruhig. Sein Nebenmann gab ihm manchmal Wasser zu trinken und dann wurde er wieder ganz still.
Wenn man ihn drängte auszufahren, setzte er sein Boot aus und fuhr fort, kam aber sehr bald wieder zurück und saß dann wie früher da. Als er einmal durstig war, ging er hinaus, um Wasser zu holen, aber wie er zu dem Platz kam, konnte er das Wasser nicht finden, es schien einfach verschwunden. Dann ging er, ohne getrunken zu haben, zurück ins Haus und setzte sich auf seinen Platz und sein Nachbar gab ihm Wasser.
Eines Nachts konnte er vor Durst nicht schlafen und ging hinaus, um das Haus seines Bruders zu suchen. Nach langem Suchen konnte er aber die Stelle nicht finden; so kehrte er zurück und legte sich nieder. Als er am Morgen erwachte, nahm er einiges Fischgerät und ging fischen. Wie er ans Wasser kam, konnte er es aber nicht finden und nachdem er vergebens nach ihm ausgesehen hatte, kehrte er, ohne gefischt zu haben, zurück. So kam er jedesmal ohne irgend etwas heim und war hungrig, wenn er, wie gewöhnlich, auf seinem Platz saß.
Dann dachte er: »Wenn ich jetzt Beeren klauben gehe, bin ich sicherlich nicht imstand, welche zu finden.« Er nahm einen Holzkübel und ging um Beeren. Nachdem er gesucht hatte, es aber nicht gelungen war, irgendwelche zu finden, kehrte er auf seinen Platz im Haus zurück. Den nächsten Morgen war er hungrig, nahm seine Pfeile und ging auf die Jagd nach Wildgänsen. Da er keine fand, und sonst nichts sah, kehrte er wieder zurück. Andere Leute brachten Seehunde, die sie erlegt hatten. Der Nichtsfinder nahm ein Kajak, setzte ihn ins Wasser und fuhr hinaus, Seehunde zu jagen. Er jagte lange nach Seehunden, aber es schien, als wären keine da. Und da er nichts sah, kehrte er wieder heim auf seinen Platz.
Der Winter kam und er dachte: »Ich weiß nicht, was ich mit mir anfangen soll.« Am nächsten Tag nahm er sein elendes Bett, rollte es mit seinem schäbigen Gerätesack zusammen, nahm das Bündel auf den Rücken und ging landeinwärts aus dem Dorf, über die Häuser hinaus und setzte sich nieder. Sitzend nahm er sein Bündel vom Rücken, öffnete es und band den Gerätesack auf. Nachdem das getan war, verstreute er die Geräte um sich und warf den Sack weg. Dann breitete er sein Bett aus, setzte sich darauf, legte sich zurück und sagte: »Hier will ich sterben.«
Nächte lag er hier, ohne sich zu rühren. Als die Sonne hoch kam, hörte er zuerst einen Raben krächzen und dann dessen Genossen. Er blieb still und der Rabe ließ sich mit seiner Schar nahe bei ihm herab. Der ihm nächste Rabe sprach: »Schaut! Hier ist etwas zu essen. Wir haben noch nichts gefressen und warten lieber nicht; machen wir uns über seine Augen her.« Der entfernteste antwortete: »Nein, er ist nicht tot.« »Wieso liegt er dann da, als ob er tot wäre?« sagte der erste Rabe. »Nein, er ist nicht tot, schau, es ist keine Asche vom Leichenfeuer bei ihm«, erwiderte der zweite.
Da wurde der erste Rabe wütend, blies sich auf und sagte: »Warum ist er dann vertrieben? Schau, seine Sachen sind um ihn verstreut.« »Ich will nichts davon«, antwortete die ganze Rotte, »es ist keine Asche bei ihm, wir lassen dich da«, und flog weg. »Gut, du kannst weg fliegen«, sagte der erste Rabe, »aber ich will seine Augen haben.«