Unter der Bank war ein kleiner Bub, der den Echaluqdjuaq kommen sah. Als alles schlief, hörte er jemand sprechen und erkannte bald, daß es die Geister der Ermordeten waren, welche ihm erzählten, was sich zugetragen und ihn baten, zur Rache den jungen Mann zu töten. Der Knabe kroch unter dem Bett hervor, nahm ein Messer und stach es dem jungen Mann in die Brust. Obwohl er ein kleiner Knabe und noch schwach war, glitt das Messer von den Rippen ab, drang tief ins Herz und tötete so den jungen Mann.
Dann weckte er die anderen Hausgenossen und erzählte ihnen, daß die Geister der Toten zu ihm gekommen, von ihrer Ermordung erzählt und ihm aufgetragen, den jungen Mann zu töten. Die Frauen und Kinder waren sehr erschrocken und wußten nicht was sie tun sollten. Schließlich beschlossen sie den Rat einer alten Frau zu befolgen und vor ihren grausamen Nachbarn zu fliehen. Da ihre Hunde getötet waren, konnten sie die Schlitten nicht verwenden. Zufällig war aber eine Hündin mit jungen Hunden im Haus und das alte Weib, welches eine große Zauberin war, befahl ihnen die jungen Hunde zu schlagen, dann würden sie schnell wachsen. So geschah es auch und in kurzer Zeit waren die Hunde groß und stark. Sie schirrten sie an und brachen so rasch als nur möglich auf. Um ihre Nachbarn zu täuschen, ließen sie alles zurück und löschten nicht einmal ihre Lichter aus, damit jene gar keinen Verdacht schöpften.
Den nächsten Tag wunderten sich die Echaluqdjuaq, daß ihr Kamerad nicht zurückgekommen und gingen zur Hütte nach Qerniqdjuaq. Sie guckten durch den Fensterspalt, sahen die Lampen brennen aber niemand darin. Schließlich fanden sie den Körper des jungen Mannes, fanden die Schlittenspuren, brachten schleunigst ihre Schlitten in Ordnung und verfolgten die Flüchtlinge.
Obwohl diese sehr rasch vorwärts kamen, folgten ihnen die Verfolger noch schneller und es schien, als würden sie sie in kurzer Zeit einholen. Da sie die Rache der Verfolger fürchteten, bekamen die Flüchtigen große Angst.
Als der Schlitten der Männer näher kam und die Frauen sahen, daß es unmöglich sei zu entkommen, fragte eine junge Frau die Zauberin: »Weißt du nicht, wie man das Eis zerschneiden kann?« Die Alte bejahte und zog langsam mit ihrem Zeigefinger einen Strich über das Eis, quer über den Weg der Verfolger. Das Eis gab einen lauten Krach. Noch einmal zog sie den Strich, ein Spalt öffnete sich und erweiterte sich so rasch als sie weiterzogen. Die Flut hob sich und als die Männer herankamen, konnten sie nicht über den breiten Spalt offenen Wassers. So war die eine Partei durch die Kunst ihrer Zauberin gerettet worden.
Viele Tage zogen sie noch hin und her und landeten endlich auf der Inseln Sagdlirn, wo sie blieben und die Stammütter der Sagdlirmiut wurden.
[Die Rivalen]
Zwischen zwei Männern bestand scharfe Rivalität. Jeder behauptete der Stärkere zu sein und bemühte sich, dem anderen das zu beweisen. Der eine behauptete, er könne eine Insel machen, etwas nie dagewesenes. Er hob einen ungeheuer großen Felsen auf und schleuderte ihn ins Meer, wo er als Insel liegen blieb. Da gab der andere dieser Insel einen solchen Fußtritt, daß sie auf der Spitze einer anderen landete, die sehr weit weg war. Die Folgen dieses Fußtrittes kann man bis zum heutigen Tage sehen: der Platz heißt Tu-kik-tok.