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| Der Huldrekönig von Selö | [7] |
| Das Sätermädchen | [16] |
| Die Alfkönigin | [24] |
| Der Huldretanz in der Silvesternacht | [36] |
| Die Pfarrerstochter von Praestebakke | [40] |
| Der Ernteknecht | [42] |
| Thord von Throstestad | [48] |
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| Der Wechselbalg von Sogn | [53] |
| Das Seemännchen | [55] |
| Der Nöck | [58] |
| Kort aus Mödruvold und das Meerungeheuer | [60] |
| Bischof Brynjolf | [62] |
| Der Troll im Felsen | [64] |
| Die Riesin | [66] |
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| Der Bauer von Gnupar | [77] |
| Guldbraa und Skegge | [79] |
| Jon und die Riesin | [89] |
| Ketil von Silfrunarstad | [100] |
| Trunt, Trunt und die Trolle in den Bergen | [108] |
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| Der Bräutigam und das Gespenst | [114] |
| Der Küster von Mörkaa | [121] |
| Sigurd und das Gespenst | [127] |
| Der mutige Bursch | [130] |
| Die Sage von Jon Asmundsson | [144] |
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| Der Ulfssee | [164] |
| Der Südfahrer-Asmund | [170] |
| Die Zauberer auf den Westmändsinseln | [177] |
| Der Sending | [183] |
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| Sagen von Saemund dem Weisen | [203] |
| Sagen von Kalb Arneson | [221] |
| Gudbjart Floke und der Bischof von Holar | [228] |
| Die Frau von Malmö | [231] |
| Sagen vom Pfarrer Erik in Vogsosar | [235] |
| Der Mann von Grimsö und der Bär | [252] |
| Der Bär, der mit der Tonne rang | [255] |
| Wie die Seehunde entstanden sind | [257] |
| Das Seehundsfell | [258] |
| Der Lindwurm im Lagarfluß | [260] |
| Der dankbare Rabe | [262] |
| Asmund und Signe | [264] |
| Die beiden Ebereschenbäume | [268] |
| Der glühende Schlüssel | [271] |
| Wie es Jons Seele erging | [272] |
Der Huldrekönig auf Selö
Eines Sommers waren einige Leute, wie sie zu tun pflegten, zum Fischen auf Selö im Reydarfjord. Und es traf sich, als der getrocknete Fisch ans Land gebracht wurde, daß ein großer Teil der Fische des Pfarrers von Holme in der Fischbude zurückblieb. Das Wetter verschlechterte sich in dem Maße, daß man an die Fische nicht herankonnte, bis im Herbst wieder gutes Seewetter wurde. Da zogen sie hinaus, um sie zu holen und begannen sofort, die Fische aus der Hütte ins Boot zu tragen. Die Bootsleute sagten, sie würden gern nach der anderen Seite der Insel gehen, um nachzusehen, ob etwas ans Land getrieben sei. Einer von ihnen erklärte sich bereit zu gehen, während die anderen die Fische hinuntertrugen. Er ging also, und die anderen trugen die Beute in das Boot. Plötzlich stieg das Wasser so gewaltig, daß es ihnen nur mit knapper Not gelang, die Fische in das Boot zu schleppen. Sie schifften sich alle ein und warteten eine Weile auf den Abwesenden; als er aber kam, war es der Brandung wegen unmöglich, ihn ins Boot zu ziehen; da riefen sie ihm zu, daß er nun dableiben müßte, sie würden ihn aber am nächsten Tag holen, wenn Seewetter wäre. Sie glaubten wohl, daß es am besten sei, an ihr eigenes Leben zu denken, und steuerten dem Lande zu; er aber blieb hilflos zurück.
Es stellten sich Tauschnee und Windstille ein, und der Mann ging deshalb nach der Fischerhütte, ohne einen Ausweg zu wissen, und dort blieb er bis zum Abend. Da begann er zu verzweifeln und dachte, es läge ihm näher, sich das Leben zu nehmen, als dort Hungers zu sterben, und er lief aus der Hütte hinaus. Da entdeckte er einen freundlichen Stern; er glaubte aber, daß es in dieser wolkenschwarzen Nacht kein Himmelsstern sein könnte, und als er anfing, genauer hinzusehen, schien er ihm einem Licht in einem Fenster zu ähneln. Er lief eine kleine Weile, bis er an ein Haus kam, das so prächtig war, daß es einer Königshalle glich. Er hörte, wie drinnen gesagt wurde:
»Ja, Mädchen, kein andrer als der unglückliche Mensch, der heute auf der Insel zurückgelassen worden ist, ist an das Haus gekommen; gehe hinaus und hole ihn; denn ich will nicht, daß er vor meiner Tür stirbt.«
In demselben Augenblick trat ein junges Mädchen zu ihm; sie führte ihn hinein und sagte ihm, daß er seine Schneekleider ablegen solle. Dann führte sie ihn eine sehr hohe Treppe hinauf, in einen sehr schönen Saal, der mit Gold und Edelgestein geschmückt war. Da sah er viele Frauen, und eine unter ihnen war die schönste von allen. Er begrüßte sie mit Anstand, und sie erwiderten seinen Gruß. Da erhob sich die schöne Jungfrau und geleitete ihn in eine kleine, aber hübsche Kammer, setzte ihm Wein und Nahrung vor und ging dann wieder fort. Es wird nicht erzählt, wo ihm abends sein Schlaflager angewiesen wurde. Die Nacht verging also; aber am nächsten Morgen kam die Jungfrau zu ihm und sagte, daß sie nicht zu seinem Vergnügen dort bleiben dürfe, gab ihm aber sonst alles, was zu seinem Zeitvertreib dienen konnte.
So verging der Winter bis Weihnachten. Am Heiligabend kam die schöne Jungfrau zu ihm und sagte, wenn er glaube, daß sie ihm etwas Gutes erwiesen hätte, dann müßte er ihr eine Bitte gewähren und sie ihr nicht abschlagen, nämlich daß er, wenn am nächsten Tage eine Tanzbelustigung abgehalten würde und ihr Vater sie rufen ließe, um sich das Spiel anzusehen, nicht neugierig sein und zum Fenster hinaussehen dürfe; denn sie würde ihm genug bringen, damit er sich hier drin zerstreuen könne. Er versprach ihr, daß er nicht neugierig sein würde. Am ersten Feiertag morgens brachte sie ihm Wein und was sonst zu seiner Nahrung dienen konnte, bot ihm Lebewohl und ging ihres Weges.
Aber gleich darauf hörte er Gesang und Saitenspiel. Da dachte er bei sich, was für eine große Freude dort wohl herrsche, und daß es gewiß nichts schaden könnte, wenn er einen Augenblick hinauslugte; es brauchte ja niemand zu sehen.
Da kletterte er in die Höhe, um den Tanz sehen zu können, und als er hinausblickte, sah er eine große Menge Menschen; einige tanzten, andere führten allerlei Saitenspiel aus, und mitten im Gedränge sah er einen königlichen Mann sitzen, eine Krone auf dem Haupt und eine Frau zu jeder Seite. Er dachte, das müßten die Königin und die Tochter des Königs sein; diese aber erkannte er wieder. Er wagte nun nicht länger hinauszusehen und ging vom Fenster fort. Der Tanz dauerte bis zum Abend.
Als die Jungfrau aber dann zu ihm hereinkam, war sie wider ihre Gewohnheit schweigsam; jedoch sagte sie ihm, daß er sein Versprechen, nicht hinauszusehen, schlecht gehalten habe, obgleich sie es so habe einrichten können, daß ihr Vater es diesmal nicht gemerkt habe.