„Es ist nicht weit her,“ erwiderte die Auster bescheiden aber mit Stolz; „wenn ich auch vor äußerer Gefahr sicher bin, so bin ich doch nicht ohne Not; denn es ist gar zu langweilig das Leben!“
In diesem Augenblick gab es unter den Fischen eine große Unruhe und das Wasser wurde aufgerührt, flugs schloß die Auster ihre Schalen und dachte: „Ach, die armen Fische! Jedenfalls ist da wieder ein Netz oder eine Angel. Ich bin nur froh, daß ich in meiner Schale sicher bin! Ja, ja, man muß stets vorsichtig sein!“
Die Auster verhielt sich ganz ruhig; nachdem das Geräusch verstummt war, wollte sie sehen, was geschehen sei und öffnete vorsichtig die Schalen, aber o Schreck: An ihrer Schale hing ein Zettel, auf dem stand: „Diese Auster kostet 2 sen!“[1]
Sie befand sich auf dem Ladentisch eines Fischhändlers.
Hieraus kann man lernen, sich nie in Sicherheit zu wiegen und nie vor einer Gefahr die Augen zu schließen.
[1.] Ein Sen, jetzige japanische Münze = 2 Pfennig.
[ Der Sperling mit abgeschnittener Zunge.]
s lebte einmal ein altes Ehepaar. Der Mann war stets mitleidsvoll und erbarmte sich der Tiere. Er war ruhig und nie unzufrieden. Seine Frau war gerade das Gegenteil von ihm, habgierig, unzufrieden und rachsüchtig.