Meine Ausführungen beschließe ich mit einer Liste der von mir bisher festgestellten höhlenbrütenden Alleevögel und füge dabei den einzelnen Arten noch die Ergebnisse meiner bisherigen Feststellungen bei.
1. Gartenrotschwanz. – Verbreiteter und neben der Kohl- und der Blaumeise vielfach auch häufigster Alleevogel, der – den eingehenderen Rochlitzer Beobachtungen stehen noch solche aus Westsachsen und der Lausitz zur Seite – zur Zeit der Jungenpflege in den von ihm bewohnten Alleen eine überaus nützliche Tätigkeit entfaltet und selbst beim Vorhandensein reicherer Nahrungsquellen, wie sie ihm etwa ein naher Wald darbietet, den Nahrungsbedarf in erster Linie den Straßenbäumen selbst entnimmt. Wenn Hennicke (Handbuch des Vogelschutzes, S. 122) unsere Art als wirtschaftlich bedeutungslos bezeichnet, so bedarf diese Behauptung in Fällen, wie wir sie in unseren obigen Darlegungen kennen gelernt haben, doch zweifellos einer entsprechenden Richtigstellung.
2. Kohl- und 3. Blaumeise. – Die beiden häufigsten und wohl nirgends fehlenden Alleevögel überhaupt, die eine besonders nützliche Tätigkeit entfalten und noch wesentlich an Bedeutung gewinnen, weil sie in vielen, vielleicht gar in den meisten Fällen mit ihren Bruten in dem Straßengebiet verbleiben, wenn andere hier genistete Arten andere Tummelplätze aufgesucht haben. – Es sei hier noch kurz auf die Rörigschen Untersuchungen über den Nahrungsbedarf unserer insektenfressenden Kleinvögel[3] verwiesen, nach denen beispielsweise ein Kohlmeisenpaar mit seiner Nachkommenschaft eines Jahres jährlich mindestens anderthalb Zentner Insekten als Nahrung verbraucht, um auch weiteren Kreisen ganz besonders nachdrücklich den hohen Wert dieser Vögel vor Augen zu führen.
[3] Arbeiten a. d. Biol. Anst. f. Land- u. Forstwirtschaft, Berlin. IV. Bd., Heft 1.
Abb. 8 Kleiber vor der Nisthöhle
4. Tannen-, 5. Sumpf- und 6. Haubenmeise. – Nur in der Nähe des Waldes und auch dann in der Regel sich nur vereinzelt einstellende Brutvögel, die zur Brutzeit in den von ihnen bewohnten Alleen eine zwar nicht minder große insektenvertilgende Tätigkeit wie ihre beiden vorgenannten Verwandten entfalten, aber nach Aufzucht ihrer Jungen wieder den Wald aufsuchen und die Alleen dann erst wieder vorübergehend zur Strichzeit besuchen.
7. Kleiber. – Ebenfalls wohl nur in der Nähe von Wald in den Obstalleen sich einstellender Brutvogel, der seinen Nahrungsbedarf aber weniger in diesen selbst, sondern mehr im Walde decken dürfte, aber eine größere Bedeutung für die Alleen im Herbst und Winter erlangt, wo er sie öfters zum Zwecke der Nahrungssuche besucht.
8. Baumläufer. – Ein zwar verbreiteter, an Zahl aber wohl immer hinter Kohl- und Blaumeise zurückstehender Alleevogel, dessen Tätigkeit der der Meisen aber kaum nachstehen dürfte und der wie diese auch nach Beendigung des Brutgeschäfts noch in den Alleen angetroffen wird.
9. Weiße Bachstelze. – Verbreiteter, hier und da in Halbhöhlen der Bäume, häufiger aber unter Straßenunterführungen usw. nistender Vogel, dessen Tätigkeit infolge der Art seiner Nahrungsaufnahme für die von ihm bewohnten Straßen aber von keiner Bedeutung ist.