[19] Riß (etwa 1600) im H. St. A.

[20] Meiche, »Herkunft der deutschen Siedler«. O. Philipp, »Die Besiedlung des südwestl. Sachsens – –«.

[21] Neues Lausitzer Magazin 1893.

[22] Seeliger, Geschichte der Stadt Löbau und ihrer Umgebung. Anhang: Die Löbauer Folge. (S. 164 ff.).

[23] Klein-Erkmannsdorf bei Radeberg hat ungefähr achtundsechzig Hektar Fläche. Daß es trotzdem keine slawische Siedlung ist, werde ich an anderer Stelle nachweisen!

[24] Frh. v. Guttenberg, Würzburg, »Germanische Grenzfluren«. Archiv für Anthropologie, Neue Folge VIII (1909), S. 218 b.

[25] E. Wustmann, Bischofswerda, »Der Stadtwald von Bischofswerda und seine Flora«.

War sich a Kuh kaafn will, muß erscht in Schtall hom!

Erzählung aus dem Erzgebirge von Paul Meile, Lugau (Erzgeb.)

In einem jener kleinen, aber volkreichen Industriedörfer des Erzgebirges, dessen Spielwaren auf dem Weihnachtstische das Entzücken der Kinder bilden und die in alle Welt hinausgesandt werden, gleich wie das heilige Evangelium, stand etwas abseits ein kleines Häuschen. Seine Mauern und Giebel zeichneten sich scharf von den dahinterliegenden weißen Schneeflächen ab. Friedlich lag es im Mondscheine da und sah, wie ein altes Großmütterchen, müde und schläfrig aus mit seiner Schlafmütze aus weißen Schneeflocken, die von einer wundersamen Garnitur glitzernder Eiszapfen umgeben war. Es war vollständig eingeschneit und von Schneewehen verhüllt, so daß nur, gleich zwei verschlafenen Äuglein, die erleuchteten Fensterchen hervorblinzelten. Die Stakete des Gartenzaunes aber hatten weiße Mützen bekommen, so daß sie in dem flimmernden, bleichen Mondlicht wie ein Glied Soldaten erschienen, dem der davorstehende Brunnenständer »Stillgestanden!« kommandiert hat. Und er hatte in jener Nacht wirklich ein Gesicht bekommen, der Brunnenständer, ein martialisches, verdrießliches Gesicht, mit einem weißen Schneebarte. Aus seinem langgestreckten Arme rieselte schon längst kein Wasser mehr und ein langer Eiszapfen hing wie ein blanker Säbel daran herunter. Er zeigte mit dem Arme sehnsüchtig nach den beiden hellstrahlenden Fenstern hin, hinter denen es hübsch warm war, wie in einer richtigen, erzgebirgischen Stube. Drinnen auf dem Lehnstuhle saß ein alter grauhaariger Mann mit einem Paar fröhlich blinkender Augen. Der Tisch vor ihm sah wie ein Schlachtfeld aus, wenn man sich den Pulverdampf und das vergossene Blut hinzudenkt. Hier lag ein ganzer Haufen herrenloser Arme und Beine, dort einsame Köpfe ohne Besitzer, oben in der Ecke verstreut Flinten und Säbel, daneben eine Menge Krieger, die ganz und gar den Kopf verloren hatten und etwas davon entfernt ein Glied vollständig gerüsteter Musketiere, welche des Kampfes zu harren schienen, kurz es war ein richtiges Motiv für einen Schlachtenmaler. Und davor saß, unentwegt von all den Greueln, Meister Berthold mit dem Leimtiegel und fügte, wie weiland Wodan in Walhall, die getrennten Gliedmaßen an die Leiber der Helden.