den Dorfschaften das Befugnis ihre Gebäude, wo nicht nach dem Ermessen der Obrigkeit die Localität oder der Zweck des Gebäudes jene Vorschrift nothwendigt macht, auch ferner mit Stroh decken zu dürfen, huldreichst zu gestatten.«
»Das Material zu Strohdachungen aber wächst uns zu.« Dieser Satz erklärt das zahlreiche Vorkommen der Strohdächer. So kann aber nicht der Kammbewohner sagen. Herb bleibt dort droben die Feldarbeit, wo im Mai die Luft noch rauh zieht und die Nebel ihre Heimat haben, wo der Frühherbst zuweilen dem Häusler schon Schnee in den Hafer wirft und die Kartoffel in der Furche überwintern will. Da langt das wenige Stroh kaum für die Kuh im Stalle als Streu. Ihm wächst aber das Material zu seinen Schindeln zu im ausgedehnten Bergwalde.
Schindelgiebel, Schindeldach und Strohdach sind also in ihrer Verteilung auf Kammgegend und deren Vorland zum großen Teil klimabedingt.
Ihr Anblick erfreut den Heimatfreund immer von neuem. Etwas Anheimelndes geht von ihnen aus. Wohltuend sind sie der Landschaft eingefügt. Unwandelbar blieb ihre bescheidene Art in der Jahrhunderte gemessenem Wandel.
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