Gegen die indirekt durch den Menschen hervorgerufene Verminderung der Trappe können wir keine Maßnahmen treffen. Wir schützen die Trappe aus ideellen Gründen. Sie ist der größte sächsische Landvogel und ein Charaktertier der Kultursteppe. Sie ist Kulturfolger und Kulturflüchter zugleich, je nachdem, was man unter Kultur versteht. Wer auch die materielle Seite berücksichtigen will, sei darauf hingewiesen, daß das, was die Trappe an Schaden verursacht, durch »Zertrappen« der Saat usw. sicher aufgewogen wird durch den Nutzen, den sie durch Vertilgung von – für die Landwirtschaft schädlichen – Insekten bringt. An Maßnahmen sind zu treffen:

1. Die Trappe wird zum Naturdenkmal erklärt, ihre Jagdbarkeit aufgehoben.

2. Mit Geld- bzw. Haftstrafe wird Fangen, Töten und absichtliches Ausnehmen und Zerstören der Gelege bestraft.

3. Innerhalb des Brutgebietes ist die ländliche Bevölkerung durch einen (Lichtbilder-)Vortrag auf die hohe Bedeutung des Trappenvorkommens hinzuweisen.

Schrifttum: Rich. Schlegel: Der frühere und gegenwärtige Bestand des Großtrappen bei Leipzig, Journal für Ornithologie 1923.

Der Hautfarn

Von Regierungschemiker Dr. Walther Friese, Stadt Wehlen

Eine der seltensten, aber wohl auch interessantesten Pflanzen, die nur noch in wenigen Exemplaren im Gebiet der Sächsischen Schweiz und sonst nirgends in Deutschland mehr vorkommt, ist Hymenophyllum tunbridgense Smith, der englische Hautfarn.

Die Schrifttumangaben über diese der Familie der Hymenophyllaceen angehörenden Kryptogame sind äußerst spärlich, alle Botaniker älterer und neuerer Zeit bezeichnen sie als sehr selten und nennen als Standort den Uttewalder Grund hinter dem Felsentor bei Wehlen. So schreibt Hippe: »Ist früher an mehreren Stellen des Uttewalder Grundes gefunden worden, zuletzt am 3. Oktober 1875 in der Nähe des Felsentors.«

Garke, Wünsche, Coßmann, Schmeil-Fitschen, Börner und andere führen ebenfalls nur diesen Standort an. Möglich ist es, daß diese Fundstelle von allen diesen Forschern aus der gleichen Quelle übernommen und abgedruckt worden ist, denn es erscheint äußerst zweifelhaft, daß alle die genannten Bearbeiter von Floren die in der Tat sehr seltene Pflanze selbst gesammelt, ja nicht einmal in frischem Zustande gesehen haben.